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Hungarica medica des 18. Jahrhunderts in den Beständen des halleschen Universitätsarchivs [antikvár]

Arina Völker, Wolfram Kaiser

 
Die Geschichte der ungarischen Wissenschaftsbeziehungen zu Wittenberg und Halle sowie der mannigfaltigen und nicht ausschließlich auf die Hochschulen dieser Städte orientierten Kontakte und Verbindungen ist wiederholt ein Gegenstand nachbetrachtender Analysen gewesen. Für den Bereich der Hochschulgeschichte ist bekannt, daß im 16. Jahrhundert ein Coetus Hungaricus Vitebergensis eine nicht unbedeutende Rolle in der geistesgeschichtlichen Entwicklung der Leucorea spielte; die Ars medica der 1694 feierlich eröffneten Academia Fridericiana...
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Die Geschichte der ungarischen Wissenschaftsbeziehungen zu Wittenberg und Halle sowie der mannigfaltigen und nicht ausschließlich auf die Hochschulen dieser Städte orientierten Kontakte und Verbindungen ist wiederholt ein Gegenstand nachbetrachtender Analysen gewesen. Für den Bereich der Hochschulgeschichte ist bekannt, daß im 16. Jahrhundert ein Coetus Hungaricus Vitebergensis eine nicht unbedeutende Rolle in der geistesgeschichtlichen Entwicklung der Leucorea spielte; die Ars medica der 1694 feierlich eröffneten Academia Fridericiana Halensis kann sich rühmen, über weite Strecken des 18. Jahrhunderts, d. h. vor der Eröffnung einer landeseigenen ungarischen Hochschule eine Art Exil-Universität für breite Kreise der studierenden Jugend aus dem Gebiet der Stephanskrone dargestellt zu haben. Hier in Halle erfolgten im genannten Zeitraum wesentlich mehr Promotionen ungarischer Absolventen als an anderen Universitäten der deutschen Territorialstaaten. Die Ursachen für diese bemerkenswerte Tatsache wurden bereits an anderer Stelle und dabei mehrfach in Kooperation zwischen ungarischen und slowakischen Forschern auf der einen und halleschen Gremien auf der anderen Seite aufzuzeigen gesucht und sollen daher in ihrer Gesamtheit nicht zur neuerlichen Erörterung anstehen. Nicht zuletzt ist es die zeitweilige Spitzenstellung der Medizinischen Fakultät gewesen, welche damals jahrzehntelang Halle favorisierte. Wenn es generell faszinierend war, dem Vortrag der großen medizinischen Systematiker Friedrich Hoffmann (1660-1742) und Georg Ernst Stahl (1659-1734) zu lauschen, warum sollte sich dann der ohnehin auf ein Auslandsstudium angewiesene Ungar dieser Attraktion entzogen haben? Im pietistischen Kreis um August Hermann Francke (1663-1727) konnte er außerdem einer großzügigen Subventionierung sicher sein und zugleich Verbindungen anknüpfen, die auch nach der Rückkehr in die Heimat das Fortbestehen von Kontakten garantierten. Ähnliches gilt für diejenigen Wissenschaftsbeziehungen, die sich während der halleschen Präsidialära der Academia Naturae Curiosorum in den Jahren zwischen 1745 und 1769 anbahnten: auf diese Weise hat mancher in Halle gewesene Mediziner ungarischer Herkunft aus den Händen von Andreas Elias Büchner (1701-1769) sein Mitgliedsdiplom empfangen. Am wissenschaftlichen Disput um die von Halle aus propagierten medizinisch - philosophischen Denkmodelle und Systeme - den Stahlschen Animismus, die Hoffmannsche „mechanische Arzneigelehrtheit", die Welt- und Natureinsicht des Philosophen und Naturwissenschaftlers Christian Wolff (1679-1754) - haben sich zahlreiche Ungarn während ihres halleschen Studienaufenthaltes beteiligt. Wenn sie im Rahmen der von ihnen vorgelegten Doktorarbeiten Position zu aktuellen Fragen dieser Art bezogen, so mag es dabei uninteressant sein, ob diese Dissertationen ihr geistiges Eigentum oder von dem jeweiligen Ordinarius vorgegeben waren: durch die von ihnen übernommene öffentliche Verteidigung identifizierten sie sich jedenfalls mit Thesen, deren Referierung in die genannten Streitgespräche eingriff und die oft nicht ohne Brisanz waren.

Termékadatok

Cím: Hungarica medica des 18. Jahrhunderts in den Beständen des halleschen Universitätsarchivs [antikvár]
Szerző: Arina Völker Wolfram Kaiser
Kiadó: Wissenschaftliche Beiträge der Martin-Luther-Universität
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 150 mm x 210 mm
Arina Völker művei
Wolfram Kaiser művei
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