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ANIMULA VAGULA BLANDULA
Mein Marcus,
ich bin heute morgen zu Hermogenes gegangen, meinem Arzt, der von einer längeren Reise in Asien wieder in die Villa zurückgekehrt ist. Da die Untersuchung in nüchternem Zustande vorgenommen werden sollte, hatte ich mich in den frühen Morgenstunden eingefunden. Nadidem ich mich des Mantels und der Tunika entledigt hatte, streckte ich midi auf ein Bett hin. Einzelheiten, die Dir ebenso zuwider sein würden, wie sie es mir sind, erspare idi uns. Was hätte es für einen Zwedi, Dir den alternden Körper eines Mannes zu besdirei-ben, der sidi damit abfinden muß, an der Herzwassersucht zugrunde zu gehn! So begnüge ich mich damit. Dir zu sagen, daß ich gemäß den Anweisungen, die der Arzt gab, hustete, tief einatmete und den Atem anhielt. Der rasche Fortgang, den das Übel inzwischen genommen hat, madite auf Hermogenes sichtlidien Eindruck. Er schien geneigt, die Schuld daran dem jungen Jollas beizumessen, der midi in seiner Abwesenheit pflegte. Es ist wahrlidi nicht leidit, vor einem Arzt die Menschenwürde zu bewahren, geschweige denn, Kaiser zu bleiben. Vor seinem wissenden Blick schrumpfte ich zu einem bresthaften Häufchen zusammen, zu einem schadhaften Gefäß für Blut und trübe Säfte. Zum ersten Male enthüllte sich mir heute morgen mein Leib, dieser alte Freund und treue Gefährte, den ich soviel besser kenne als meine Seele, als ein