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Bernt Engelmann Der Márchenprinz: Arndt von Bohlen Ein sanfter, ungemein wohlerzogener, auBerordentlich gepflegter junger Herr von zunáchst überraschend dezenter, bei náherem Hinsehen aber recht extravaganter Eleganz, dessen Visitenkarten vier Adressen aufgeprágt sind: 8 München 13, Georgenpalais; SchloB Blühnbach, Werfen über Salzburg; >Bled Targui<, Marrakesch, Marokko, und 43 Essen-Bredeney, Auf dem Hügel. Jede dieser Adressen hat eine seltsame Geschichte: lm Georgenpalais in München-Schwabing nahm nach dem schrecklichen Ende der bayerischen Ráterepublik der pápstliche Nuntius Quartier: Erzbischof Eugenio Pacelli, der spáter Papst Pius XII. wurde. Die hohen, getáfelten, kostbar tapezierten, etwas düsteren Ráume mit ihren Erkern und Nischen, den vielen Schnitzereien und dem Violett der einstigen erzbischöflichen Hauskapelle - das alles wáre nicht nach jedermanns Geschmack. Doch der gerade erst dem TwenAlter entwachsene nunmehrige Nachfolger des >Stellvertreters< fühlt sich hier ganz zu Hause. Er hat seine eigenen Schátze mitgebracht. Zwei Gemálde von Rubens, ein van Dyck, ein paar weitere niederlándische Meister, die zusammen ein paar Millionen Mark wert sein mögen, ohne daB sie einem deswegen gefallen müssen, hangén im lángén, nur durch künstliches Licht erhellten Korridor, dazwischen ein Portrait des jungen Hausherm in der Pose eines Torero und mit dem melancholischen Blick eines schönen Márchenprinzen. Auch die zweite Adresse, Blühnbach, ist kirchlichen Ursprungs. Das JagdschloB mit seinen fünfzig Schlafzimmern, Salons, Prunksálen und Hallen, für das ein siebzigköpfiges Personal erforderlich ist, gehörte einst den Salzburger Erzbischöfen, dann den Habsburgern, zuletzt jenem Erzherzog Franz Ferdinánd, dessen Ermordung in Sarajewo den ersten Weltkrieg auslöste. Zwei Jahre spáter, 1916, legte der GroBvater des jetzigen SchloBherm, damals Deutschlands führender Rüstungsindustrieller, einen Teil seiner ungeheuren Kriegsgewinne hier an. Er