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Das Telefon in Cheres Einzimmerwohnung klingelte, als sie ihr Frühstücksgeschirr spülte. Rasch trocknete sie sich die Hände ab und griff nach dem Hörer.Da ist ein Brief für Sie, Miss Ferrer.Vielen Dank, ich komme herunter.Chere legte auf und murmelte ein stilles Gebet, ehe sie ins Erdgeschoß hinunterging.Mit leisem Herzklopfen überlegte sie, ob der Brief eine Antwort auf ihre letzte Bewerbung war.Alles war so vielversprechend verlaufen! Sehr vielversprechend sogar! Sie hatte das Gefühl gehabt, daß der Personalchef von ihren Fähigkeiten und ihrer beruflichen Erfahrung beeindruckt gewesen war. Zwar hatte er nur wenig gesprochen, aber irgendwie war sie überzeugt gewesen, daß die Firma sie einstellen würde.Und tatsächlich entdeckte sie den Firmenkopf auf dem Umschlag, den der Pförtner ihr reichte. Chere seufzte erleichtert und eilte mit dem Brief erwartungsvoll in ihre kleine Wohnung hinauf.In knappen, höflichen Worten stand dort:Sehr geehrte Miss Ferrer,bezugnehmend auf Ihr Bewerbungsgespräch hei uns bedaure ich, Ihnen mitteilen zu müssen, daß wir uns inzwischen anderweitig entschieden haben . . .Cheres Augen füllten sich mit Tränen. Sie zerknüllte den Brief zu einem Ball und schleuderte ihn aufgebracht von sich.Dabei war sie so sicher gewesen, diese Stelle zu bekommen.Sie trat ans Fenster und schob die einfachen Stores zurück. Mit einer Mischung aus Wut und Verzweiflung starrte sie hinaus.Es regnete. Dicke Tropfen prasselten auf das graue Pflaster unter ihr und verwandelten die herabgefallenen Herbstblätter in traurige Matschhaufen.Die Häuser in der Nachbarschaft wirkten noch trostloser als sonst. Die schmutzigen Abgase des Londoner Verkehrs streiften sie Tag für Tag. Die meisten von ihnen waren in Einzimmerwohnungen umgewandelt worden, deren Bewohner jetzt unterwegs waren, um das Geld für die Miete zu verdienen.Alle, außer ihr, brodelte es in Chere. Sie Heß den Vorhang zurückfallen und hing ihren trüben Gedanken nach.