Bővebb ismertető
Vorwort Über die archáologischen Kulturen der Neuen Welt erscheint alljáhrlich ungefáhr ein halbes Hundert unterschiedlicher Abhandlungen. Alléin über die Maya gelangten seit der Entdeckung Amerikás bis in die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts mehr als fünftausend Bücher und Studien zur Veröffentlichung. Angesichts der etlichen Zehntausend einschlágigen Publikationen über prákolumbische Kulturen stellt sich die Frage, ob man zu diesem Themenkreis überhaupt noch etwas Neues zu sagen vermag. Diese Frage láBt sich trotz der überwáltigenden Füllé diesbezüglicher Veröffentlichungen guten Gewissens bejahen, und das ausfolgenden Gründen. Die archáologische ErschlieBung Latéinamerikas kann noch bei weitem nicht als abgeschlossen gelten, vergeht doch kaum ein Monat ohne neue Berichte über mexikanische oder peruanische Ausgrabungen. Abgesehen von deren Ergebnissen, vermag die Fachwissenschaft selbst dann mit neuen Erkenntnissen aufzuwarten, wenn sie, gestützt auf genauere Zeitbestimmungstechniken, die bisherigen Chronologien berichtigt. Auch darf man nicht auBer acht lassen, daB neue Einsichten und Thesen die Forscher gleichfalls zur Überprüfung der bisherigen Untersuchungsergebnisse zwingen. Es genügt, in dieser Hinsicht auf das Beispiel des Mexikaners Palerm und seiner Mitarbeiter zu verweisen, die die Produktionsweise und das Staatswesen, bisher von der Forschung vernachlássigt, zum Schwerpunkt ihrer Untersuchungen machten und damit die Entwicklungsprobleme der indianischen „Hochkulturen", der Entfaltung der archaischen Zivilisationen mit einem Schlag in ein neues Licht rückten., Eine weitere, nicht zu unterschátzende Möglichkeit, zu neuen archaologischen Aussagen zu gelangen, besteht auch in der „ErschlieBung" der in unbekannten oder bisher nur sehr wenig genutzten Privatsammlungen und in den in Museumsmagazinen lagernden Schátze. Der vorliegende Band entstand auf diese Weise. Die abgebildeten Objekte stammen hauptsáchlich aus dem Budapester Ethnographischen Museum. Auch sie gehörten zu den „verborgenen Schátzen", denn nur wenige Fachleute bekamen sie zu Gesicht. Diese Sammlung ist allerdings nicht das Resultat systematischer Ausgrabungen, sondern gelangte vor allém durch Schenkungen oder Tauschaktionen in den Besitz des Budapester Ethnographischen Museums. Um sich ein umfassenderes Bild über die alte Indianerkunst zu machen, hátten jedoch diese mehr zufállig von da und dort zusammengetragenen Museumsobjekte nicht ausgereicht. So ergánzten wir unser Fotomaterial mit Stücken mehrerer nicht oder nur wenig bekannter Sammlungen und hatten überdies das Glück, in einige Brüsseler, Warschauer, Berner und Budapester Privatsammlungen nicht nur Einblick zu bekommen, sondern deren Gegenstánde bearbeiten und fotografieren zu dürfen. Weitere Beispiele für prákolumbische Kulturen und Stile fanden wir im Leipziger Museum für Völkerkunde, im Museo Nációnál de Antropología von Mexiko-Stadt und im Warschauer Muzeum Etnograficzne, die uns das Studium und die Veröffentlichung einiger sehenswerter Stücke ihrer Sammlungen gestatteten. Die Beschaffung des von Tamás Kovács an vielerlei Orten aufgenommenen Bildmaterials verursachte nicht geringe Schwierigkeiten. Trotz unseres Strebens nach Vollstándigkeit vermochten wir dennoch nicht alle unsere Absichten zu verwirklichen. In den erwáhnten Sammlungen waren mehrere mesoamerikanische sowie kolumbianische, ekuadorianische und peruanische Kulturen und Stile nicht vertreten. Sie fehlen deshalb auch in diesem Band. Das erklárt die Unausgewogenheit der Abbildungen und die vorherrschende Darbietung mexikanischer Kunstwerke. Wir hielten jedoch die Veröffentlichung der „verborgenen Schatze" für wichtiger als die Einhaltung möglichst genauer Proportionen. An dieser Stelle möchten wir all den Brüsseler, Warschauer, Berner und Budapester Privatsammlern sowie den erwáhnten Museen für die Erlaubnis zur Veröffentlichung ihrer Objekte unseren Dank ausdrücken.