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Marguerite-Marie Deneck - Indische Kunst [antikvár]
 
IV, i' 14,11 I' 1 Einführung Der Westen wußte von der Existenz einer Kultur in Indien zunächst nur so viel, daß Alexander der Große im Jahr 326 v. Chr. mit seinem Griechenheer einen Eroberungszug ins Tal des Indus unternommen hatte. Zwar gab es ältere Schilderungen Indiens von der Hand griechischer Schriftsteller wie Herodot (um 490-425 v. Chr.); allein sie gehörten weitgehend ins Reich der Fabel. Sie gründeten auf Reiseberichten des Skylax, eines Flottenadmirals von Darius, oder des Ktesias, beide Griechen im Dienste...
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IV, i' 14,11 I' 1 Einführung Der Westen wußte von der Existenz einer Kultur in Indien zunächst nur so viel, daß Alexander der Große im Jahr 326 v. Chr. mit seinem Griechenheer einen Eroberungszug ins Tal des Indus unternommen hatte. Zwar gab es ältere Schilderungen Indiens von der Hand griechischer Schriftsteller wie Herodot (um 490-425 v. Chr.); allein sie gehörten weitgehend ins Reich der Fabel. Sie gründeten auf Reiseberichten des Skylax, eines Flottenadmirals von Darius, oder des Ktesias, beide Griechen im Dienste der Perserkönige, deren Weltreich damals auch das Indusbecken mit einschloß. Um 517 erforschte Skylax im Auftrag des Darius das Flußtal des Indus. Ktesias scheint selbst nicht in Indien gewesen zu sein. Er kam 416 v. Chr. an den Hof Artaxerxes' I. und schrieb dort auf, was ihm Reisende über die Wunder Indiens berichteten. Schon von alters her bestanden jedoch Handelsbeziehungen zwischen Griechenland und Indien, da die Griechen von dort Baumwolle und Gewürze bezogen. Das Wissen über Indien nahm zu, als das Heer Alexanders des Großen bis zu dem mächtigen Königreich Magadha (S. 11) vordrang. Alexanders Nachfolger in Asien mußten dann dem König von Magadha das gesamte Industal überlassen, das seit Darius' Zeiten aus Satrapien oder mit dem Perserreich verbündeten, selbständigen Staaten bestanden hatte, und erst Megasthenes, ein kleinasiatischer Grieche, kam als Gesandter des mittelöstlichen Alexandernachfolgers Seleukos I. an den Hof des Maurya-Königs Chandragupta (Thronbesteigung 315 V. Chr.). Megasthenes nahm damit als erster den unmittelbaren Kontakt mit einem rein indischen Staat auf In seinem Buch Indica sind uns nicht nur die frühesten ausführlichen Schilderungen der Geographie, Flora und Fauna Indiens, sondern auch seiner Religionen und seiner sozialen Gliederung in Kasten überliefert. Die Informationen des Megasthenes wurden zusammen mit einer Schrift des Near-chos, der auf Alexanders Befehl das Industal zu Schiff erkundet hatte, von einer Reihe griechischer und lateinischer Autoren als Quelle benutzt. Strabo (63 v. Chr. - 31 n. Chr.) in seiner Geographica (Band XV, i), Plinius der Ältere (i. Jahrhundert) in seiner Naluralis Historia (Buch 6), Arrian (2. Jahrhundert) in seinem Buch India und Ptolemäus (um 150) in seiner Geographia (Band VII, 1-4) gründen auf diesen beiden Autoren. Der Name Buddha erscheint in der europäischen Literatur erstmalig in den Stromaleis des Clemens von Alexandria (geboren 150). Ein griechischer Kaufmann schrieb dann gegen Ende des ersten nachchristlichen Jahrhunderts einen für die Reisenden dieser Zeit sehr wertvollen Führer, den Periplos des Erythräischen Meeres (periplos heißt Umfahrung, und unter dem Erythräischen Meer verstand man das heutige Rote Meer, den Indischen Ozean und den Persischen Golf). Das Buch beschrieb die indischen Häfen, berichtete, welche Waren hier gehandelt wurden, und schilderte die Seefahrtsbedingungen. Vom dritten Jahrhundert an wirkte das mächtige Sassaniden-reich in Persien als Schranke, die den Verbindungen der griechisch-römischen Welt zu Indien hindernd im Wege stand, und das Interesse des Westens nahm fühlbar ab. Mit dem Entstehen und der Ausbreitung des Islams verschlechterten

Termékadatok

Cím: Indische Kunst [antikvár]
Szerző: Marguerite-Marie Deneck
Kiadó: R. Löwit GmbH
Kötés: Varrott keménykötés
Méret: 240 mm x 270 mm
Marguerite-Marie Deneck művei
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