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Ich schreibe auf meinem Dachboden - es dürfte der 10. November sein seit alle auf neue Art leben, habe ich die Daten nicht mehr im Kopf. Seit dem Monat März weiß ich nichts von S., zum letztenmal sah ich ihn am 18. Januar 1918, wie und wo - das sage ich ein andermal, jetzt fehlt mir der Mut. Ich wohne mit Alja und Irina (Alja 6 J., Irina 2 J., 7 Mon.) in der Boris-und-Gleb-Gasse, zwei Bäumen gegenüber, in der Mansarde, die früher Serjosha gehört hat. Kein Mehl weit und breit, kein Brot, unter dem Schreibtisch etwa 12 Pfund1 Kartoffeln, der Rest des von Nachbarn >geliehenen< Puds2 - unser ganzer Vorrat! Der Anarchist Charles hat Serjoshas alte goldene Uhr >Eleve de Bieguet< fortgeschleppt - hundertmal bin ich zu ihm gegangen, zunächst versprach er sie wiederzubringen, dann sagte er, er habe einen Käufer für die Uhr gefunden, aber den Schlüssel zu ihr verloren, danach, ein Schlüsselchen habe er an der Sucharewka3 aufgestöbert, aber den Käufer verloren, danach, er habe sie, aus Furcht vor einer Haussuchung, jemandem zur Aufbewahrung gegeben, danach, sie sei - jenem, an den er sie weitergegeben - gestohlen worden, doch der sei ein reicher Herr und käme für so eine Kleinigkeit schon auf, danach begann er, dreist geworden, zu schreien, er sei für fremde Sachen nicht verantwortlich. Unterm Strich: weder Uhr noch Geld. (Eine solche Uhr wiegt heute 12 Tausend auf, das heißt 1V2 Pud Mehl.) Das gleiche mit der Kinderwaage. (Ebenfalls Charles.) Lebe von kostenlosen Essenrationen (Mittagessen für Kinder). Die Frau des Schusters Granski - mager, dunkeläugig, mit einem schönen Duldergesicht - hat neulich ihre ältere Tochter mit Mittagessenmarken zu mir geschickt (eins