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ISTRIEN UND KVARNER
land und leute
Istrien und der Kvarner, zwei kleinere Gebiete im Westen Jugoslawiens, besitzen infolge ihrer geographischen Lage weitgehende Bedeutung für den Fremdenverkehr. Als an der westlichen Landesgrenze nebeneinander gelegene Zugangsgebiete stellen sie für aus Westeuropa eintreffende Besucher die »Vorhalle« Jugoslawiens dar. Auch bei von den nördlichen Gegenden Jugoslawiens aus erfolgender Fahrt nach dessen anziehendstem Fremdenverkehrsgebiet — der Adria-küste — dienen sie als Ausgangspunkte. Überdies bilden jene beiden Gegenden für alle Besucher aus den Ländern Nord-, Mittel- und Osteuropas eine der wichtigsten Pforten zur Adria.
Diese in verkehrstechnischer Hinsicht vorteilhafte Lage kommt jedoch nicht bloß den neuzeitlichen Nomaden, welche in von Jahr zu Jahr ständig wachsender Zahl dieses Land entdecken und in ihm per Eisenbahn, Schiff, Flugzeug und — in erster Linie — mit dem Motorfahrzeug eintreffen, bei ihren Fahrten zugute. Dank dem Adriatischen Meer war diese Küste bereits seit ältester Zeit Zeuge von Wanderungen verschiedener Stämme, von Eroberungen, Handelsabschlüssen sowie allen sonstigen, die fortschreitende Zivilisation begleitenden Erscheinungen. Die berühmte »Bernsteinstraße« führte hier vorbei, und jahrtausendelang fanden griechische, römische, byzantinische und venezianische, mit einem Wort mediterrane Einflüsse den Weg in diese Gegend. Der Prozeß, der auf jenem Boden vor sich ging, nämlich die Einwirkung des Slawentums auf die Mittelmeerraum-Elemente, schuf ein ungewöhnliches, in seiner Art einziges Volkstum, welches den Ausländer durch die Lebensweise, Trachten und Lieder der Bewohner dieses Landes, die Bodenkultur, die verschiedenen Berufszweige, den besonderen Menschentyp sowie durch die Bauweise der Häuser und Siedlungen fesselt.