Bővebb ismertető
Acta Technica Academiae Scientiarum Hungaricae, Tomus 77 (1 — 3), pp. 13 — 93 (1974)
ITALIENISCHE PLÄNE UND UNGARISCHE BAUTEN DER SPÄTRENAISSANCE
J. BALOGH* II
r
[Eingegangen am 25. Juli 1972]
In unserer Spätrenaissance-Architektur können zwei Planformen beobachtet r 1
werden. Die eine ist das Längsviereck mit je einer Bastei an den Ecken. Die andere ist der Bau nach dem Zentralsystem in mehr Varianten (Fünfeck, Sechseck usw.). Die beiden Planformen sind italienischer Herkunft. Die Gestaltung des Schloßtyps mit vier j
Eckbasteien zeigen uns die Zeichnungen von G. da Sangallo, Francesco di Giorgio, Peruzzi, L. Donati, Serlio, Vignola und Scamozzi. Bedeutende heimische Varianten der italienischen Form sind: Egervár, Keresztúr, Aranyosmedgyes, Csíkszereda, Radnót. Der Bau nach zentralem Plan wurde ebenfalls in Zeichnungen italienischer Architekten entwickelt (A. da Sangallo d. J., P. Cataneo, A. Lupicini). Diese Form wurde in Ungarn bei Burg- und bei Stadtplänen verwendet. Eine monumentale Schöpfung des Zentralbauses ist die Festung Várad, bei der sowohl die äußere Befestigungszone wie auch das innere Schloß — Entsprechend den Zeichnungen der großen Italiener (Peruzzi, Serlio) — im fünfeck geplant ist.
In den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts beginnt in Ungarn im Festungsbau unter der Leitung italienischer Architekten und Kriegsingenieure eine Tätigkeit außerordentlichen Ausmaßes. Ihre Schöpfungen sind nicht nur vom kriegstechnischen Standpunkt, sondern auch ganz allgemein von dem der ungarischen Renaissance aus betrachtet, von äußerster Bedeutung. Infolge ihrer Tätigkeit entstand nicht nur der neue, moderne Festungsgürtel an der Staatsgrenze nach dem italienischen System mit Bastionen; auch die ganze einheimische Renaissancebaukunst wurde durch sie weiterentwickelt und umgeformt. Diese Umwandlung — sowohl in den Einzelformen wie auch im Grundriß und Aufbau — wird bei den in der zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts erbauten Burgen und Kastellen augenfällig. Im Verlauf der Entwicklung verschwanden langsam die malerischen, asymmetrischen, vor allem die durch die gegebenen Örtlichen Verhältnisse und die praktische Notwendigkeit bestimmten Anordnungen und die durch die individuelle Phantasie und den besonderen Geschmack geformten Gebäudeteile mit additiver Gruppierung (Sárospatak, Keresd). An ihre Stelle traten Bauten mit nach einheitlicher Planung entstandenen, geregelten Grundrissen.
Innerhalb der ungarischen Architektur der Spätrenaissance fallen zwei Grundriß-Schemata durch ihre ausgeglichene, harmonische Schönheit auf: das Viereck mit betonten Eckbauten (Basteien) und der Zentralbau in mehreren
* J. Balogh, Fillér u. 21, 1024 Budapest, Ungarn
Ada Technica Academiae Seientiarum Hungaricae 77, 1974
• i
M