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· EditorialAlles neu macht der Mai^^Wahrscheinlich haben Sie es noch nicht ^ bemerkt, obwohl sich bei genauerer Analyse die Hinweise verdichten. Seit Jahren ist eine großangelegte Verschwörung im Gange, deren Protagonisten in der Öffentlichkeit stets Präsenz zeigen, aber gleichzeitig heimlich im Hintergrund wirken und dabei geschickt ihre Fäden spinnen - Wölfe im Schafspelz sozusagen.Sie sind Softwareentwickler, Softwarearchitekt oder sogar Systemadministrator? Dann gehören auch Sie zu den potentiellen Opfern. Sie lehnen sich jetzt erleichtert in Ihrem Sessel zurück, weil Sie lediglich als Nutzer agieren? Schlechte Nachrichten für Sie: Auch Ihre Spezies stellt ein gefundenes Fressen dar.Damit ich nicht mit der Tür ins Haus fallen muss, möchte ich Ihnen an dieser Stelle ein paar Fakten präsentieren. · Alle paar Jahre kaufen Sie einen neuen Personalcomputer mit den ultimativ höchsten Leistungsmerkmalen, glauben sich damit auf dem neuesten Stand der Technik, um nur nach wenigen Monaten feststellen zu müssen, dass die aktuellen Softwareversionen schon wieder die vermeintlichen Leistungsreserven in Anspruch nehmen. Erste Anzeichen dieser Problematik zeigen sich dadurch, dass Ihr System mit Boot-Zeiten nicht unter fünf Minuten aufwartet oder Ihre präferierte Textverarbeitung im Scheckentempo reagiert. Im ersten Anfluge der Verzweiflung greifen Sie dann zu dem bewährten Mittel des Systemausbaus. Freundliche Verkäufer reichen Ihnen genüsslich die modernen Errungenschaften innovativs-ter Systemkomponententechnik über die Ladentheke, immer mit einem herzergreifenden Darf's noch etwas mehr sein?" auf den Lippen. Spätestens dann.wenn Sie an Ihrem PC mehrere USB-Hubs betreiben und Sie den Teppichboden aufgrund der großen Kabeldichte nicht mehr erkennen können, sollten Sie sich ins Bewusstsein rufen, dass man Sie in einschlägigen Kreisen wahrscheinlich wieder einmal für die Opfer des Monats"-Medaille auserkoren hat.· Sie haben ein Handy? Selbstverständlich haben Sie eines, wahrscheinlich sogar mehrere. Vielleicht würden sogar Technikmuseen neidisch auf Ihre Sammlung blicken. Wenn Sie einmal in sich selbst gehen, könnten Sie sich Fragen stellen wie Wann habe ich zum letzten Mal im Handbuch geschmökert?" oder Welche Funktionen meines Handys benötige ich überhaupt?". In den allermeisten Fällen dürfte die Antwort lauten: Ich telefoniere überwiegend mit meinem Mobiltelefon und simse gelegentlich". Haben Sie sich in Anbetracht dieser Tatsache schon einmal gefragt, wozu Sie dann die ganzen Features mit sich herumtragen, die Ihre kleine Zauberbox sonst noch bietet? Oder warum Sie gegenüber den Lobpreisungen der neuesten Handygeneration nie Widerstand zu leisten vermögen, obwohl Sie jedes Mal Besserung geloben?t Auch Informatiker haben gelegentlich Freizeit, so zumindest lautet ein hartnäckiges Gerücht. Auch dort wollen sie sich den Segnungen der modernen Technik nicht verschließen. Vor nicht allzu langer Zeit galten etwa Digitalkameras mit zwei Megapixeln Bildauflösung als Nonplusultra. Damit ernten Sie heute in geselligen Runden allenfalls ein müdes oder - schlimmer noch - mitleidiges Lächeln. Was bleibt Ihnen also anderes übrig, als sich regelmäßig mit neuen Geräten zu versorgen. Welche Güter der modernen Zivilisation sollte also ein Mensch sein eigen nennen, um seinen Platz in der Gesellschaft verantwortlich auszufüllen? Eine kleine Auswahl gefällig? Da wären etwa Flachbildfernseher, Navigationssysteme, DVD-Rekorder mit eingebauter Festplatte, THX-Anlagen mit Funkverbindung, oder Waschmaschinen, die sich über RFID-Tags mit Ihrer Wäsche unterhalten. Das stellt aber wohlgemerkt nur eine rudimentäre Teilmenge dar, sozusagen ein pars pro toto". Verweigerungshaltung gilt nicht, denn nur Konsum sorgt für Wirtschaftswachstum und sichert Sozialsysteme und insbesondere die Renten (der Politiker!). Ein berühm-tes Möbelhaus gibt Ihnen dazu die richtige Leitlinie an die Hand, gleichsam als ökonomischer Imperativ: Entdecke die Möglichkeiten!". t Den größten Teil ihres Daseins verbringen Softwareentwickler selbstredend mit ihrer Pflichterfüllung in Cubibles" oder sonstigen Behausungen. Sie eignen sich während schlafloser Nächte abseits des Tagesgeschäfts die aktuellen Programmierschnittstellen von Java oder .NET an. Gleichzeitig machen sie sich ständig mit der neuesten Version ihrer Lieblings-IDE vertraut, die mittlerweile 30% der Festplatte und noch mehr Anteile des Arbeitsspeichers beansprucht. Auf den restlichen Ressourcen der Workstation oder des Notebooks hat sich inzwischen ein Biotop netter kleiner Helferlein eingenistet, welche dem Leben des Entwicklers erst den richtigen Sinn verleihen, etwa Installationswerkzeuge, Profiler, XML-Tools, UML-Oberflächen, Debugger, Trace- und Monitoringkomponenten, Web- und Applikationsserver, Web-Ser-vice-Toolkits, Datenbanken, Konfigurationsmanagement, Unit-Test-Implementie-rungen, und dergleichen mehr. Da heute Windows und Linux eine wichtige Rolle spielen, dupliziert sich das Problem in der Regel. Sachdienliche Hinweise darauf bieten installierte VMWare-Versionen oder MultiBoot-Installationen. Hat der Entwickler seinen Wissensdurst befriedigt und sich auf den neuesten Stand der Technik gehievt, startet die Industrie in den nächsten Zyklus, was speziell Seminaranbieter, Consultants und Buchautoren zu Freudentränen veranlasst. Sisyphus lässt grüßen. An dieser Stelle ließen sich noch zahlreiche weitere Fakten aufzählen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, geschweige denn Absicht dahinter vermutet Ich überlasse es Ihnen, sich auf all dies einen Reim zu machen und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.Jedenfalls viel Vergnügen beim Lesen dieser Ausgabe, die sich schwerpunktmäßig mit den neuesten Sprachmerkmalen in Java 1.5 befasst.JIhr Michael Stal