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Vorwort
Das Wort Litanei bedeutet dem Sinn nach „Flehgebet, Bittruf". Insofern es bei der Litanei im christlichen Sinn um ein Wechselgebet zwischen einem Vorbeter und einer Gemeinde geht, hat die Litanei ihr alttestamentliches Vorbild in manchen Psalmen. Die eigentlich christlichen Wurzeln der Litanei finden sich in der frühchristlichen Kirche des Ostens, und zwar in dem Kyrie-Eleison Rufen der Gemeinde als Antwort auf die ihr vorgesprochenen Gebetsanliegen. Die Litanei ist eine der Urformen echter Meditation - vor allem des gemeinschaftlichen Meditierens -, die heute in ihrer Bedeutung neu entdeckt wurde. Aus dem Mutterboden der ältesten Litanei, der Allerheiligen-Litanei, die im 5. Jahrhundert entstand, wuchs etwa vom 12. Jahrhundert an, ein Blütenkranz von Litaneien zu den drei göttlichen Personen, zu Maria, zu den Engeln und zu verschiedenen Heüigen heraus.
Zu den bekanntesten Litaneien zählen die Herz-Jesu-Litanei, deren Anrufungen größtenteils auf die Schauungen der heiligen Margareta Maria Alacoque (1647-1690) zurückgehen, und die Lauretarüsche Litanei - so genannt wegen ihres ursprünglichen Gebrauchs am Marienwallfahrtsort Loreto (Italien) - , die von Papst Sbitus V. im Jahre 1587 approbiert wurde. Ich freue mich sehr, daß im vorliegenden Gebetbuch „für die kostbaren Jahre zwischen dem 2000. Geburtstag Mariens und dem 2000. Geburtstag Christi" die beiden genannten Litaneien in Wort und Büd eindrucksvoll dargestellt werden. Zwar findet in unseren Tagen, wie manch andere Andacht, auch die Herz-Jesu-Verehrung im Frömmigkeitsleben der Kirche nicht mehr die Beachtung, die ihr zukommen müßte, aber sie ist nichtsdestoweniger heute wie gestern und in Zukunft aktuell und „modern".