Bővebb ismertető
I Einführung
Zugänge zur Geschichte der Jugend im »Dritten Reich«
Als im Mai 1945 der deutsche Faschismus zusammenbrach, war dies auch der Untergang der Hitler-Jugend, der ohne Zweifel effektivsten Jugendorganisation der bisherigen Geschichte.
Für etliche Millionen Jungen und Mädchen in Deutschland zwischen 1933 und 1945 war die Hitler-Jugend neben Familie und Schule die entscheidende Sozialisations-Instanz; für den nationalsozialistischen Staat galt diese Jugendorganisation als »Garant der Zukunft«, das heißt der Herrschaftserhaltung. Der Dienst in der Hitler-Jugend sollte die nachwachsende Generation möglichst restlos an die Leitbilder des NS-Systems binden und jene Verhaltensweisen eintrainieren, deren es für den faschistischen Alltag bedurfte. Anziehungskraft jugendverbandlicher Aktivität einerseits, Druck- und Zwangsmittel des NS-Staates andererseits brachten es zuwege, daß in der Tat die übergroße Mehrheit der Zehn- bis Achtzehnjährigen im Dritten Reich von der HJ-Erziehung erfaßt werden konnte.
Die Erinnerungen derjenigen, die damals in der HJ ihren Dienst taten, vermitteln höchst widersprüchliche Eindrücke. Für die einen erschien im Nachhinein die Staatsjugendorganisation des Dritten Reiches als eine nahezu politikferne Veranstaltung, in der Jugendliche ihren Freizeitinteressen nachgehen konnten und dabei staatliche Hilfe fanden. Für andere war der Blick zurück in die HJ-Zeit die Erinnerung an jugendlichen »Idealismus«, an politische Gläubigkeit, die »verraten« oder »mißbraucht« worden sei. Für wieder andere Zeitgenossen blieb von der HJ die Erfahrung eines Drills, dem man sich nur notgedrungen unterwarf, gegen den man sich mitunter auch auflehnte.'
Wie war es wirklich um die Jugend und ihre Organisation im Dritten Reich bestellt? Wie vollzog sich die Sozialisation von Jugendlichen in