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Normannische Schiffe aus dem 11. Jahrhundert. Darstellung der Eroberung Englands, Teil des sogenannten „Bayeuxer Teppichs'
VIER SCHIFFE RICHTUNG WESTEN
Das Meer war zornig. Es tobte bereits den dritten Tag. Der Wintersturm peitschte Wellenkämme unter dem grauen Himmel. Blauweiße schwimmende Eisberge blickten bald hier und bald dort aus dem ruhelosen Wasser. Vier Schiffe warf der Wind hin und her. Er wollte sie auseinandertreiben. Doch die Männer trotzten den Stößen der Wellen, denn ihre Geschicklichkeit und auch das Wissen um die Strömung des Wassers vervielfachte die Kräfte ihrer Arme. Die Schiffe des Anführers Leif trennten sich nicht voneinander; vergeblich riß das Wasser an ihnen, ihr Bug wies hartnäckig nach Westen. Ein kräftiger Zug mit den rechten oder mit den linken Rudern, einige geschickte Schläge mit dem langen Steuerruder, und die Schiffe liefen wieder in Fahrtrichtung.
Olaf Haraldsson stand fest im Bug des mittleren Schiffes, wie eine geschnitzte Galionsfigur. Sein Blick bohrte sich in die Feme. Können Möwen schon aus der Entfernung eines Bogenschusses
einen schwimmenden Fisch erkennen, so nahmen Olafs Augen bereits aus der dreifachen Entfernung eines Bogenschusses den weißen Kopf einer über dem Wasser entschwebenden Möwe wahr.
Es war eine große Auszeichnung, daß Olaf auf dem Leitschiff dienen, daß er Späher auf der Galeere von Leif Eriksson sein durfte. Er war ein abgehärteter Schiffer, ein echter Seemann und Wikinger. Wer hätte von ihm geglaubt, daß er noch im Frühjahr die Mönchskutte getragen, im Kloster inmitten seiner Ordensbrüder Gebete gemurmelt und mit erst zwanzig Jahren, des frommen Hauses überdrüssig, das Tor des Klosters hinter sich zugeschlagen hatte.
Siehst du etwas?" ertönte es von Zeit zu Zeit aus dem Inneren des Schiffes. Es war Leif, der ihm zurief.
Olaf Haraldsson antwortete: „Ich sehe etwas. Wasser und Himmel."
Und wieder wurde es still. Nur das Tosen der vom Sturm gepeitschten Wellen und das gleich-