Bővebb ismertető
Vorwort
Das kulturelle Leben in der Bundesrepublik Deutschland in all seiner
Vielgestaltigkeit und den ihm innewohnenden natürlichen Widersprüch-
lichkeiten hat seine Wurzeln in jahrhundertealter Geschichte und in den
Traditionen Deutschlands. Was sich auf kulturellem Gebiet in diesem
Lande ereignet und entwickelt, ist darüber hinaus Teil europäischer
Kultur selbst dort, wo politische Grenzen Trennungen sichtbar werden
lassen.
Die Vielfalt des kulturellen Lebens unseres Landes bezieht seine Kraft
aus einer politischen Verfassung, die die Freiheit von Kunst und
Wissenschaft, von Forschung und Lehre garantiert. Diese Verfassung ist
auch Grundlage dafür, daß, soweit der Staat überhaupt eigene Aufgaben
auf kulturellem Gebiet wahrnehmen kann, dies überwiegend Sache der
Bundesländer ist. Dem Bund selbst stehen außer der Wahrnehmung der
Aufgaben auswärtiger Kulturpolitik nur wenige Kompetenzen zu, die
sich auf das Abstecken bestimmter allgemeiner Rahmen beschränken
und niemals über die Rechte der Bundesländer hinausgehen. Die daraus
resultierende Polyzentrik des kulturellen Lebens in der Bundesrepublik
Deutschland setzt jahrhundertealte Traditionen deutschen Kulturlebens
fort. Bereits seit dem Mittelalter hatte sich in großen und kleinen
Provinzhauptstädten, in weltlichen und geistlichen Residenzen, in freien
Reichs- und Handelsstädten ein vielgestaltiges Kulturleben entwickelt,
das nicht auf eine einzige Metropole ausgerichtet war. Dies änderte sich
erst mit der Reichsgründung 1871 und beließ gleichwohl den fortbeste-
henden Gliedstaaten gerade auch auf kulturellem Gebiet weitgehende
Selbständigkeit.