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Lebendige Leinwand [antikvár]

Lebendige Leinwand [antikvár]

 
r or wenig mehr als 60 Jahren lag die Erfindung der Kinematographie »in der Luft«. Die wissenschaftliche und technische Entwicklung war weit genug gediehen. Die kapitalistische Gesellschaftsordnung trat in ihr höchstes und letztes Stadium, in das Stadium des Imperialismus ein. Die Konzentration der Produktion und des Kapitals erfaßte ganze Industriezweige. Unter diesen Bedingungen war es möglieh, daß die zur Filmproduktion notwendigen großen Kapitalmittel zur Verfügung standen und auf der Grundlage einer relativ hochentwickelten...
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r or wenig mehr als 60 Jahren lag die Erfindung der Kinematographie »in der Luft«. Die wissenschaftliche und technische Entwicklung war weit genug gediehen. Die kapitalistische Gesellschaftsordnung trat in ihr höchstes und letztes Stadium, in das Stadium des Imperialismus ein. Die Konzentration der Produktion und des Kapitals erfaßte ganze Industriezweige. Unter diesen Bedingungen war es möglieh, daß die zur Filmproduktion notwendigen großen Kapitalmittel zur Verfügung standen und auf der Grundlage einer relativ hochentwickelten chemischen und feinmechanischen Industrie Rohfilmfabriken und Werkstätten für den Bau von Aufnahme- und Wiedergabeapparaten entstehen konnten. Die Herstellung von Filmen ging in verhältnismäßig kurzer Zeit von der handwerklichen zur industriellen Produktion über. Die wirtschaftlich-technischen Voraussetzungen für die Entwicklung der Kinematographie waren damit gegeben. Auf der anderen Seite stand das Bedürfnis nach einer billigen Massenunterhaltung. Die Entwicklung der Industrie konzentrierte große Bevölkerungsteile in den Städten. Die althergebrachten Formen zur Befriedigung des Unter-haltungs- und Schaubedürfnisses reichten nicht mehr aus, waren überholt, standen auch schon im Gegensatz zum Bildungsgrad der breiten Massen; denn zwangsläufig mußte die kapitalistische Gesellschaft mit der Entwicklung der Technik die Werktätigen durch eine relativ höhere Bildung in den Stand versetzen, die komplizierter werdenden Maschinen zu bedienen. Gleichzeitig aber wurde sich das werktätige Volk auch seiner Kraft bewußt, die Arbeiterbewegung erstarkte, in allen hochentwickelten Industrieländern wuchs der Klassenkampf des Proletariats gegen die unmenschliche Ausbeutung durch den Kapitalismus, Gewerkschaften und Sozialdemokratie wurden zu Millionenorganisationen. Entsprechend wuchs auch der Bildungshunger der Werktätigen. Das Theater war ihnen im großen und ganzen verschlossen. So war ein aufnahmebereiter Boden für die neue Massenkunst — für den Film — vorhanden. Daß der Film in der kapitalistischen Gesellschaft, von Kapitalisten hergestellt, nicht zu einer echten, dem Fortschritt dienenden Kunst des Volkes werden konnte, versteht sich von selbst. Der Film mußte, wie alles, was in der bürgerliehen Ordnung für den Bedarf produziert wird, den Charakter der Ware annehmen. Die Produktionsmittel für die Herstellung von Filmen lagen in den Händen der Bourgeoisie. Sie bestimmte Inhalt und Aussage der Ware Film. Der Film diente den kapitalistischen Unternehmern vor allem als Bereicherungsmittel, gleichzeitig half er, ihre bürgerliche Ideologie zu verbreiten, lenkte die werktätigen Massen vom Klassenkampf ab und beeinflußte ihr Denken mit den verlogenen Idealen der herrschenden Klasse. Beginnend mit der Oktoberrevolution, setzte die Entwicklung einer sozialistischen, volksverbundenen Filmkunst ein, deren Hauptvertreter sowjetische Filmkünstler und in einigen Fällen auch Filmschaffende in den kapitalistischen Ländern waren. Eine bedeutende Erweiterung erfuhr das sozialistische Filmschaffen mit der Entstehung des sozialistischen Lagers in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. In

Termékadatok

Cím: Lebendige Leinwand [antikvár]
Kiadó: Henschelverlag
Kötés: Vászon
Méret: 180 mm x 240 mm
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