Bővebb ismertető
Christa-Maria Dreißiger Stephan Lochner
Als Albrecht Dürer (1471-1528) im Oktober 1520 auf seinem Reiseweg von Nürnberg nach den Niederlanden in Köln weilte, ließ er sich die Rathauskapelle aufsperren, um den Dreikönigsaltar Stephan Lochners zu besichtigen, und vermerkte diesen Besuch sorgfältig in seinem Tagebuch der niederländischen Reise (1520/21), das in einer Kopie des frühen 17. Jahrhunderts erhalten gebUeben ist. Der Forschung zur altdeutschen Malerei, deren Anfänge bis in die Zeit der Romantik zurückreichen, wurde es dank dieser Notiz möglich, den im 17. und 18. Jahrhundert völlig in Vergessenheit geratenen Künstler Stephan Lochner wiederzuentdecken. Der Dreikönigsaltar, seit 1809 in einer Chorumgangskapelle des Kölner Domes aufgestellt und deshalb auch Kölner Dombild genannt, konnte mit dem in Kölner Urkunden mehrfach erwähnten Namen Stephan Lochners in Verbindung gebracht werden; vermittels stilkritischer Untersuchungen ist es gelungen, sein erhaltenes Gesamtwerk aus zerstreuten Einzeltafeln zusammenzutragen.
Heute schätzt die Nachwelt Stephan Lochner nicht nur als bedeutendsten Maler Kölns der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, sondern darüber hinaus als Hauptvertreter der Kölner Malerei des gesamten Zeitabschnittes vom Anfang des 14. bis zum beginnenden 16. Jahrhundert. Er ist zugleich auch der einzige Kölner Künstler dieser Zeit, dessen Name bekannt ist. Sein Leben und Schaffen fällt in die bedeutende, von gesellschaftlichen Umwälzungen bestimmte frühbürger-
1