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Jch malte, und meine Maierei hatte Teil an der Wahrheit; Ich gab ihr Ausdruck, belebte sie, gab ihr Bewegung; Gab ihr Empfindung. Was Buonarroti lehrte A/le die anderen - hat er alléin von mir gelernt." Annibale Caro Vasari nimmt das in Form einer Grabschrift abgefaBte Gedicht des zeitgenössischen Gelehrten Annibale Caro, das den Maler selbst zu Worte kommen láBt, in seine Masaccio-Biographie auf, weil er wie Caro dazu neigt, eine gerade Entwicklungslinie von dem genialen Vertreter der Frührenaissance bis zur Kunst von Michelangelo,...
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Jch malte, und meine Maierei hatte Teil an der Wahrheit; Ich gab ihr Ausdruck, belebte sie, gab ihr Bewegung; Gab ihr Empfindung. Was Buonarroti lehrte A/le die anderen - hat er alléin von mir gelernt." Annibale Caro Vasari nimmt das in Form einer Grabschrift abgefaBte Gedicht des zeitgenössischen Gelehrten Annibale Caro, das den Maler selbst zu Worte kommen láBt, in seine Masaccio-Biographie auf, weil er wie Caro dazu neigt, eine gerade Entwicklungslinie von dem genialen Vertreter der Frührenaissance bis zur Kunst von Michelangelo, Leonardo und RafFael zu sehen, wobei die Konstruktion so direkter Abhángigkeitsverháltnisse wie Giotto, spáter Brunelleschi-Donatello-Masaccio, dann Michelangelo-Leonardo-Raffael die Schritte zur neuen Kunst besonders deutlich machen sollten und deshalb nicht nur beim „Vater der Kunstgeschichtsschreibung" beliebt waren. Seit der Neuentdeckung der Renaissance im vorigen Jahrhundert prágten sich diese Namen und Stationen unserem allgemeinen kunsthistorischen BewuBtsein am stárksten ein. Wie sicher auch in der Kunst Giottos und in ihrem ideellen Hintergrund, der Franziskanerbewegung, einzelne Elemente auffindbar sind, die auf die Kunst der náchsten Jahrhunderte vorausweisen, so sind dieser gemalten Welt im Grundé das scholastische Denken und die Kunstauffassung der Gotik eigen. Bei der gründlichen Analyse des Schaffens von Leonardo, Michelangelo und Raffael wird ersichtlich, daB ihre künstlerischen Orientierungen in mindestens vier Richtungen weisen. Nach Meinung der Wissenschaft kann die Geburt der Renaissance - mit einer bei epochalen Stilen seltenen Genauigkeit - örtlich und zeitlich prázise festgelegt werden: Sie erfolgte im Florenz der zwanziger Jahre des 15. Jahrhunderts. Damals lebte und wirkte dort Masaccio in enger Freundschaft mit Brunelleschi, dem Erbauer der nach neuartigem Verfahren errichteten Domkuppel, sowie mit Donatello, der die Skulptur von der architektonischen Gebundenheit befreite und dem Modell wie dem Werk Autonomie verschaffte. Die Entfaltung der Renaissance in der bildenden Kunst ist dem Schaffen dieser drei Künstler zu verdanken. Wie wird dieser Neubeginn gewertet? Vasari schreibt darüber fast anderthalb Jahrhunderte spáter in seinem auch áltere Quellen zitierenden, zusammenfassenden Werk: „Hinsichtlich der guten Manier in der Maierei aber verdanken wir Masaccio am meisten, denn er hatte in seinem Verlangen nach Ruhm klar erkannt, daB der Zweck der Maierei kein anderer sei, als alle Dinge der lebenden Natúr in Zeichnung und Farbe so nachzubilden,wie sie die Natúr hervorgebracht hat, und daB der der vortrefflichste Künstler sei, der dies am vollkommensten vermag. Nachdem Masaccio zu dieser Einsicht gekommen war, brachte er es durch andauerndes Studium dahin, daB man ihn zu den ersten záhlt, welche die Hárten, Unvollkommenheiten und Schwierigkeiten der Kunst überwunden habén, und daB er als erster schöne Stellungen, Bewegungen, Kraft und Lebendigkeit sowie eine gewisse ihm eigentümliche und natürliche Rundung seinen Gestalten gab, was vor ihm noch kein Maler getan hatte. Da er sehr scharf beobachtete, nahm er wahr, daB alle Figuren, die auch in der Verkürzung mit ihren FüBen nicht fest auf dem Boden, sondern auf den FuBspitzen standén, nichts wert seien und der Wirklichkeit nicht entspráchen, und daB die Maler,die sie so darstellten, nur bewiesen, daB sie nichts von Verkürzungen verstünden... Das Kolorit seiner Bilder war harmonisch und zart, und er brachte die Fleischtöne der Köpfe und der nackten Körper in Einklang mit den Farben der Gewánder, die er mit wenigen Faltén und so leicht malte, wie sie in der Natúr und im Leben sind. Dies alles war von groBem Vorteil für die Künstler, und er verdient der Erfinder der Maierei genannt zu werden. Wenn man seine Werke mit denen der andern vergleicht, so kann man die Bilder seiner Vorgánger als Malereien, die seinen aber als Abbilder des Lebens, der Wirklichkeit und der Natúr bezeichnen." Vasari führt hier die Wertkategorien auf, nach denen um die Mitte des Cinquecento geurteilt wurde. Zur Erláuterung ist darauf nochmals zurückzukommen, wobei ergánzend andere Quellen angeführt werden soílen,die dem Zeitalter Masaccios náher stehen; zuvor jedoch einige Worte zum Leben und Werk des Künstlers. Die Angaben sind überaus lückenhaft. Es ist bekannt, daB Masaccio 1401 im heutigen San Giovanni Valdarno geboren wurde und wahrscheinlich mit sechzehn Jahren nach Florenz übersiedelte. 1422 nahm man ihn in die Arte dei Medici e Speziali auf, zwei Jahre spáter wurde er Mitglied der Sankt-Lukas-Gilde. Er starb sehr jung, im Altér von siebenundzwanzig Jahren in Rom; es ist vermutet worden, man habe ihn vergiftet (Vergiften galt in jenerZeit als háufige Todesursache, weshalb sich wahrscheinlich das Gerücht in bezúg auf den Tod des Malers spáter so verbreitet hat). Eine Quelle, die sich auf die Mitteilung des Bruders von Masaccio stützt, erwáhnt jedoch nicht die Umstánde des Todes. Die mangelhaften biographischen Kenntnisse erschweren uns besonders in zwei Fragen die Einschátzung von Masaccios Kunst: Wir besitzen darüber, wie er ausgebildet wurde und zum Maler heranreifte, lediglich unklare Vorstellungen; über die Annahme, er habe 1423 Rom besucht, sind die Fachleute geteilter Meinung. Für die moderne Kunstgeschichte war es zunáchst nicht leicht, das Verháltnis zwischen Masolino und Masaccio, insbesondere den Anteil an den gemeinsam geschaffenen Werken, zu bestimmen. Infolge der Prázisierung stilkritischer Analysen kann man diese Frage heute als gelöst ansehen. Dagegen gibt die Reihenfolge der Entstehung der Werke Masaccios - wenngleich die der wichtigsten geklárt ist - AnlaB zu widersprüchlichen Thesen.

Termékadatok

Cím: Masaccio [antikvár]
Szerző: Takács József
Kiadó: Corvina-Henschelverlag-Arkady
Kötés: Varrott keménykötés
ISBN: 963130423X
Méret: 250 mm x 270 mm
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