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Biographische Notizen über Massenet Jules Emilé Frédéric Massenet, geboren am 12. Mai 1842 in Montaud bei St.-Etienne (Loire), gestorben am 13. August 1912 in Paris, studierte am Pariser Conservatoire ab 1853 Musik. Sein Kompositionslehrer war Ambroise Thomas. Mit der Kantate Dávid Rizzio errang Massenet 1863 den Prix de Rome. In Italien lernte er Franz Liszt kennen. In wenigen Jahren verschaffte er sich vor allém als Opernkomponist hohes Ansehen, so dafi er 1878, als Nachfolger Bazins, Mitglied der Académie des Beaux-Arts und Kompositionsprofessor am Conservatoire wurde, wo er bis 1896 unterrichtete. Zu seinen Schülern záhlten unter anderen Bruneau, Charpentier und Koechlin. Debussy, der schriftlichen Áufterungen zufolge Massenet recht hoch einschátzte und dessen Schüler hátte werden können, zog es freilich vor, den weniger gestrengen und in den Ansichten über Musik ofíenbar flexibleren Ernest Guiraud als Lehrer zu wáhlen (von diesem stammen unter anderem die Rezitative zu Bizets Carmen sowie die Instrumentation zu Offenbachs Hoffmanns Erzahlungen). Massenet ist einer der wichtigsten Reprásentanten der französischen lyrischen Oper des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts. Seine Vorbilder waren Meyerbeer und Gounod. Massenets nuancenreiche Melodik zeichnet sich durch Sensibilitat aus. Sein Einflufi auf Puccini und den jungen Debussy ist unverkennbar. Als Opernlcomponist debutierte Massenet 1867 mit dem Einakter La grand'tante an der Opéra comique. Es folgten ebenda Don César de Bazan (1872) und, am Odéon, Marie-Magdaleine (1873 als Oratórium, 1903 in Nizza als Oper umgearbeitet). Sein erster grofíer Erfolg war Le ioí de Lahore (1877, Opéra comique). Am bekanntesten von den Opern Massenets sind Héiodiade (1881, Brüssel; behandelt den Salome-Stoff), Manón (1884, Paris; der Welterfolg Massenets), Le Cid (1885, Paris,- die erste Oper Massenets, die in Wien aufgeführt wurde), Werther (1886; uraufgeführt 1892 in Wien), Thais (1894, Paris), Le jongLeur de NotreDame (1902, Monté Carlo), Don Quichotte (1910, Monté Carlo; für Schaljapin geschrieben). Massenet, schönen Damen durchaus wohlgesinnt und daher mit der Charakterisierung Le Musicien de la Femme" bedacht, komponierte insgesamt 25 Opern; 14 davon überschrieb er mit weiblichen Titeln. Aufierdem hinterlieft er viele Schauspielmusiken, Ballette, eine Kantate, vier Bande Mélodies, Romanzen, A-cappella-Chöre, Ouvertüren, Orchestersuiten und Kammermusik. SchlieÉlich schrieb er ein Memoiren-Buch mit dem Titel Mes souvenirs (1911/12).