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Reihe Film 42 • Max Opiiüls
Die Reihe Film stellt das Werk von Regisseuren, bestimmte Genres oder andere übergreifende Themen des internationalen Films in Monografien vor. Dabei werden die einzelnen Bände unter wechselnden Perspektiven und verschiedenen Aspekten erarbeitet. Eine umfangreiche Filmobibliografie gehört zu jedem Band. Max Ophüls (bürgerlich: Oppenheimer) wird am 6. Mai 1902 in Saarbrücken geboren, als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Tex-tilkaufmanns. Die künstlerische Laufbahn, die er bald als Theaterschauspieler und -regisseur, als Radiomacher und später als Filmregisseur einschlagen wird, steht zeit seines Lebens im Widerspruch zur bürgerlichen Herkunft und zu traditionellen Lebensanschauungen, gegen die sich Ophüls immer wieder durchzusetzen hat. Er entwickelt aus den Widersprüchen ein schier unabsehbar reiches Vokabular der Bilder, Töne und Wörtlichkeiten, die sich zu einem ganz eigenen, unverwechselbaren Kosmos zusammenfügen. So bescheiden sein Themenkatalog erscheinen mag, in dem er immer wieder auf den Skandal der romantischen Liebesbegegnung setzt, so unerschöpflich sind von liebelei (1932) über letter from an unknown woman (1948) bis la ronde (1950), le plaisir (1952) Und madame de (1953), von Deutschland über Frankreich nach Amerika und wieder über Frankreich nach Deutschland, die reich facettierten stilistischen Mittel. Mit seinem letzten Film lola montez (1955) erreicht diese Kunst einen Höhepunkt, der dieses lange verkannte und oft grausam verstümmelte Werk zu einem der überragenden Ewigkeitswerke der Filmgeschichte macht. Hervorragende Merkmale von Ophüls' Kunst ist fast durchweg ein fließender Erzähl- und Kamerastil, ist die große Geste lang durchgedrehter Einstellungen, mit denen Menschen und Dinge gegen jede Realität außerhalb der Kunst abgeschirmt und gleichzeitig zur vollen Entfaltung gebracht werden, ist die als ganz mühelos erscheinende Verbindung disparater Orte, Begebenheiten und von Zeit- und Bewußtseinsebenen sowie eine schwebende Musikalität, deren Geheimnis nur schwer zu erfassen ist. In den bewegendsten Momenten des ophülsschen Filmwerks begegnet eine Form von fast schwermütigem Einverständnis mit dem Leben und seinen Brüchen, das man als Melancholie absoluter Könnerschaft bezeichnen könnte. - Max Ophüls ist am 26. März 1957 in Hamburg gestorben.