Bővebb ismertető
Warum ich Marys Gebeine ans Tageslicht holen mußte
Enthüllungen
eines Amateurforschers
Habe ich mich in Mary Vetsera verliebt? Bin ich in einer Art von perversem Trieb einer Toten verfallen? Bin ich also ein Vampir, der sich an einer Verstorbenen vergreift, ein Dracula im umgekehrten Sinn sozusagen?
Was hat man mir nicht alles angedichtet, was sagt man mir noch heute alles nach! Aber nichts davon trifft zu. Die Wahrheit ist vielmehr, daß ich ein potentieller Selbstmörder bin. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte nicht schon wieder fehlinterpretiert werden: Die Betonung liegt aufpotentiell - »der Möglichkeit nach« (wie das Wörterbuch formuliert). Schon mehrere Male hat mich dieser Gefühlszwang befallen, daß ich dazu fähig bin, Hand an mich zu legen. Ich habe diese düsteren Stunden grenzenloser Schwermut kennengelernt, in denen mich der dumpfe Drang der Depression, doch endlich, endlich Schluß zu machen, schier erstickt hat. Aber ich muß ergänzen, daß ich auch erfahren habe, wie man mit diesem Wunsch nach Selbstzerstörung umgeht, daß ich diese Empfindungen jedesmal gemeistert habe - selbst in jenen dunkelsten Stunden meines Lebens nach dem Tod meiner Frau.
Dieser Hinweis macht es notwendig, daß ich mich kurz vorstelle. Ich wurde 1939 in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz geboren und habe hier auch den größten Teil meines Lebens verbracht. Von meiner Ausbildung her bin ich Kaufmann, derzeit bin ich in erster Linie in der Möbelbranche tätig. Ich habe daneben vielfältige andere Interessen. Mit meiner Frau war ich 23 Jahre lang verheiratet, bevor sie