VORWORT lm Gegensatz zu anderen Unterrichtsgebieten, die langst allgemein anerkannte MaBnahmen methodischer Art entwickelt habén, ringt die Musikerziehung immer noch um die Grundlagen einer vollgültigen Methodik. Vertieft man sich in die Geschichte der Musikerziehung, so trifft man vielfach auf gute, dem Wesen der Musik entsprechende Unterrichtsmethoden. Aber sie werden meist nicht weiterentwickelt, sondern beiseitegeschoben und vergessen, ja oft durch fragwürdige MaBnahmen ersetzt. Die Griinde für diese spannungsreiche Entwicklung einer...
VORWORT lm Gegensatz zu anderen Unterrichtsgebieten, die langst allgemein anerkannte MaBnahmen methodischer Art entwickelt habén, ringt die Musikerziehung immer noch um die Grundlagen einer vollgültigen Methodik. Vertieft man sich in die Geschichte der Musikerziehung, so trifft man vielfach auf gute, dem Wesen der Musik entsprechende Unterrichtsmethoden. Aber sie werden meist nicht weiterentwickelt, sondern beiseitegeschoben und vergessen, ja oft durch fragwürdige MaBnahmen ersetzt. Die Griinde für diese spannungsreiche Entwicklung einer Methodik der Musikerziehung können hier nicht weiter dargelegt werden; sie werden im Verlauf der vorliegenden Arbeit öfters berührt. Sicherlich ist einer der folgenschwersten Gründe für diese Lage die starke Entwicklung der Instrumentalmusik in den letzten Jahrhunderten und die einseitige Bevorzugung des Instrumentes und des instrumentalen Denkens in der Musikerziehung, was zu einer Zurückdrangung des Singens als des natürlichen Ansatzpunktes jeder musikalischen Bildung führte. Absolutes und relatives Hören, jenes vom Instrument her, dieses durch das Singen bestimmt, wurden als Gegensátze gegeneinander ausgespielt und beherrschen in diesem Sinne die methodischen MaBnahmen noch bis in unsere Zeit hinein. In die
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