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Gaston Diehl - Miró [antikvár]
 
Prades, das Dorf, 1917. Öl auf Leinwand, 65 x 72 cm. The Solomon R. Guggenheim Museum, New York Da man über so viele Künstler unserer Zeit Lebensbeschreibungen voller Unheil vorgesetzt bekommt, meint man schließlich, daß alles Künstlerleben sich eigentlich nur aus Leiden und Unglücksfällen zusammensetzt, seinen Weg nur über Skandal, Unverstand der Umwelt, Auflehnung und unausweichlichen Tod nehmen könnte. Es stellt sich dann fast ein Gefühl der Peinlichkeit ein, wenn es einmal darum geht, ein sichtlich glückliches Leben ohne...
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Prades, das Dorf, 1917. Öl auf Leinwand, 65 x 72 cm. The Solomon R. Guggenheim Museum, New York Da man über so viele Künstler unserer Zeit Lebensbeschreibungen voller Unheil vorgesetzt bekommt, meint man schließlich, daß alles Künstlerleben sich eigentlich nur aus Leiden und Unglücksfällen zusammensetzt, seinen Weg nur über Skandal, Unverstand der Umwelt, Auflehnung und unausweichlichen Tod nehmen könnte. Es stellt sich dann fast ein Gefühl der Peinlichkeit ein, wenn es einmal darum geht, ein sichtlich glückliches Leben ohne Komplikationen, einen außergewöhnlichen Erfolg zu schildern, und man glaubt, eine Erklärung schuldig zu sein. Das ist der Fall bei Joan iVfiró, dessen Dasein fast vom Anfang bis heute von Erfolg begleitet war. Obwohl niemand daran denkt, ihm diesen Erfolg streitig zu machen oder vorzuenthalten, sollte man ihn doch erläutern und begründen, schon um Miró im Vergleich zu anderen Künstlern nicht zu verkleinern. So beständig vom Glück verfolgt zu werden, so rasch glänzende Ergebnisse zu erzielen, ist an sich schon selten genug und verdient nähere Beachtung, eingehende Untersuchung. Daß Miró verhältnismäßig früh ein geradezu unverschämtes Glück hatte, verdankt er in erster Linie sich selbst, der ruhigen Beharrlichkeit und dem unbeirrbaren Fleiß, womit er erste Schwierigkeiten überwand, dann dem festentschlossenen Willen, herkömmliche Ausdrucksweisen hinter sich zu lassen, auch die jeweils neuesten, deren er sich zunächst selbst bedient. Er versucht auf die Quellen des Instinkts zurückzugehen und eine Brücke zu schlagen zu ältesten Traditionen, die Jahrtausende überlebt haben. Mit dieser konsequenten Zielsetzung, die er als einziger mit solcher Geradlinigkeit und wachen Entdeckerfreude verfolgt, reiht er sich von vorneherein unter die größten Geister seiner Zeit. Er ist Pionier und Wegbereiter einer neuen Idee, die sich alsbald durchsetzen wird, jene der gleichen Bedeutung der Rassen und Zivilisationen. Seine erfinderische Bildschrift mit ihren fast magischen Zeichen, sein Symbolismus, der aus dem ureigensten Erbe der Volkskunst schöpft, werden zur allen zugänglichen gemeinsamen und lebendigen Sprache. Mirós Werk besitzt daher im höchsten Maß Allgemeingültigkeit, die viel dazu beiträgt, seine triumphale Verbreitung in der ganzen Welt zu begünstigen. Die zielstrebige und dazu durchaus lohnende Kühnheit seiner Arbeit trug ihm deshalb, wie J.J. Sweeney sehr früh voraussah, eine führende Rolle in der zeitgenössischen Kunst ein, ohne daß jemand auch nur daran dachte, sie ihm streitig zu machen. Mit dem Anspruch auf absolute Freiheit, den vielfältigen bildnerischen und poetischen Entdeckungen, dem außergewöhnlichen Gefühl für das Stoffliche und dem Handeln in völliger Unbefangenheit hat er die Wege gebahnt und eine Vielseitigkeit an den Tag gelegt, die in der Folge zahlreichen Künstlern, darunter sicher auch den Schöpfern von Trickfilmen und Comic Strips, als Ansporn und Vorbild dienten. Die wichtigsten Strömungen, die sich in Spanien, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Japan und vielen anderen Ländern herausbildeten, hat er — ohne diese Rolle je gesucht zu haben — vorweggenommen, im Entstehen begünstigt oder zum Erfolg geführt. So ist es zu erklären, daß er von fast allen führenden Geistern der heutigen Avantgarde als eine Art Vaterfigur betrachtet wird, was wiederum zur Festigung und Vergrößerung seines Ansehens beiträgt. Viele Gründe sprechen also dafür, daß der seit langem anerkannte Ruhmestitel, den sich Mirós Kunst in iliren verschiedensten Ausprägungen erworben hat, rechtmäßig ist. Ihr wachsender Einfluß läßt sich auch an den Ausstellungen ablesen, die immer häufiger von der Galerie oder der Fondation Maeght und vor allem auch auf internationaler Ebene veranstaltet 6

Termékadatok

Cím: Miró [antikvár]
Szerző: Gaston Diehl
Kiadó: Südwest Verlag
Kötés: Fűzött keménykötés
Méret: 220 mm x 280 mm
Gaston Diehl művei
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