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Montag, Santa Maria Magdalena
Die Wände färbten ab. Der schwarze Matrose, die blauen Hosen bis zum halben Bein hochgezogen, so daß sie wie eine Glocke über den bloßen Füßen hingen, den Oberkörper mit einem gelb und violett gestreiften Hemd bedeckt, saß unter Palmen und spielte lächelnd Akkordeon. Die Negerin ihm gegenüber mit breit ausladenden Hüften, nackten Brüsten und einem Bast-röckchen schlängelte sich im Rhythmus des Spiels. Mit Speichel oder Wein hatten anonyme Finger diese tropische Szene in Tempera auf obszöne Art retuschiert. Über der Tür des Zimmers hing eine Pendeluhr in großem Gehäuse. Ihre Zeiger zeigten sechs Uhr an. Sie stand still. Durch den offenen Balkon im Hintergrund drang das Schreien und Gelächter von Frauen und Männern auf der Straße herein. An der Decke hing eine Lampe mit malvenfarbenen Schalen für die Glühbirnen. Ihr Licht war trübe, dämmerig, weich. Unter der Lampe ein nackter, billiger Eßzimmertisch. Darumherum Stühle verschiedener Machart. Ladenstühle, grün angestrichen, mit dicken Beinen und Strohsitzen, mit Blumenmotiven auf den Rückenlehnen; Stühle der Eßzimmergarnitur, die zum Tisch paßten, rot gepolstert; Klappstühle, wie sie bei den Trinkbuden der Rummelplätze stehen. Das Schreien und Gelächter erklang schon im Innern des Hauses.
Ein Mann trat ins Zimmer und setzte sich mit einem Schwung auf den Tisch. Als die Randalierenden durch den Flur strömten, klatschte er laut in die Hände und trällerte vor sich hin. Die Lärmenden ergossen sich ins Zimmer. Drei Frauen und vier Männer. Hinter ihnen.
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