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Vorwort
Blättern wir in diesem Buch, so mögen wir uns wundern über die ungewöhnlichen Titel der Gedichte, über die Begriffe und Namen, die in ihnen auftauchen: An die klugen Ratgeber, Sokrates und Alcibiades, an die Parzen; Aspasia, Pluto, Minerva; Attika, Ilissus, Marathon.
'Was für ein Mensch ist das, der das alles geschrieben hat, fragen wir uns. Und in was für einer Zeit mag er gelebt haben ?
Und was bedeuten uns diese Hymnen und Elegien heute ? Sind wir nicht Kinder einer nüchternen Zeit, in der es auf die Kenntnis exakter Daten und Fakten ankommt?
Gehören diese Gedichte überhaupt noch in unsere Zeit der Computer und Automaten?
Wir wollen versuchen, von diesem Dichter selbst eine Antwort zu erhalten.
Was für eine Zeit mag das gewesen sein, in der Friedrich Hölderlin lebte ?
Es war, grob gesagt, die Zeit Goethes und Schillers, die Zeit der großen Französischen Revolution, eine Zeit, in der in Deutschland viele Menschen hofften, daß eine große Veränderung käme, daß neue Gedanken Wirklichkeit werden würden, Gedanken, die die Menschen aus den Fesseln absolutistischer Herrschaft und der deutschen Kleinstaaterei befreien sollten. Hölderlin selbst gehört zu den begeisterten Verfechtern dieser neuen Freiheiten, deren Kunde über die französische Grenze bis in die Klöster nach Denkendorff und Maulbronn dringen. In Tübingen, wo er ein paar Jahre später studiert, dichtet er eine „Hymne an die Freiheit" mit den Versen:
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Dann am süßen heißerrungnen Ziele, Wenn der Ernte großer Tag beginnt, Wenn verödet die Tyrannenstülile, Die Tyrannenknechte Moder sind,