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VORWORT
Bei keinem unserer großen Tonmeister spiegelt sich Persönlichstes so klar und unmittelbar in der brieflichen Aussage wie bei Wolf gang Amadeus Mozart. Man muß es daher als großen Glücksfall werten, daß durch ein gütiges Geschick gerade von diesem Künstler so zahlreiche Briefdokumente erhalten gebliehen sind. Über die weite Spanne von anderthalb Jahrhunderten und mehr hinweg habeyt sich diese Lebenszeugnisse eines großen Künstlers und gütigen Menschen ihre frische Unmittelbarkeit, ihre goldene Herzenswärme und ihre bestrickende Gegenwartsnähe bewahrt. Man hat, wenn man sich dem eigenartigen Zauber der Briefe hingibt, nicht das Empfinden, daß man in ferne, längst vergangene Zeiten zurückschweift. Es pulst ein starkes Lebensgefühl in diesen Zeilen, nichts wirkt blaß und gestrig, wenn auch da und dort eine Wendung auftaucht, die uns Heutigen abhanden gekommen ist. Auch in der Schilderung alltäglicher Ereignisse, in humorvoller Plauderei, in einer treffenden Kritik, in einer herzbewegenden Beichte macht sich ein musikalisches Spiel mit den Formen, ein Vorbereiten dramatischer Spannungen bemerkbar. Der Rhythmus eines Menschen, dessen Werk im musikalischen Theater gipfelt, teilt sich solchen mehr oder weniger wichtigen Bekenntnissen mit. Die immanente Dynamik macht sie immer wieder zu einer anziehenden, fesselnden Lektüre.
Die Auswahl, die hier getroffen worden ist, war darauf gerichtet, möglichst viel verschiedene Seiten dieser selten bunt schillernden Erscheinung Mozart