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Von der Künstlervilla zur Städtischen Galerie
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere entschloß sich Franz von Lenbach (1836-1904) zur Wahl eines festen Wohnsitzes. Nach Jahren unablässigen Reisens und wechselweisen Residierens an den verschiedensten Orten entschied er sich für München, das im ausgehenden 19. Jahrhundert als bedeutendstes Zentrum der bildenden Kunst in Deutschland galt. Von Lenbach porträtiert zu werden, gehörte nicht nur zum guten Ton der Gründerzeitgesellschaft, es war eine Prestigefrage der oberen Zehntausend. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Künstler, den Maximilian Harden einen „Parvenü mit dem Fleiß des Genies von kräftigstem Wuchs" nannte, malte sich im Laufe der Zeit ein Vermögen zusammen. Damit war die wichtigste Voraussetzung gegeben, sich neben Grützner, Defregger, Kaulbach und anderen zu etablieren und den gesellschaftlichen Rang und Anspruch in Gestalt einer Künstlervilla aller Welt vor Augen zu führen. „Ich gedenke, mir einen Palast zu bauen, der das Dagewesene in den Schatten stellen wird; die machtvollen Zentren der europäischen großen Kunst sollen dort mit der Gegenwart verbunden sein", heißt es in einem 1885 datierten Brief. Wenig später äußert er gegenüber seiner Schwester: „Meine Villa soll in München der Mittelpunkt der Künste und deren gesellschaftlicher Belange werden."
Unmißverständlich kommt in derartigen programmatischen Bemerkungen der Wunsch Lenbachs zum Ausdruck, sich mit der Errichtung eines eigenen Palastes in die Tradition der berühmtesten Maler der Renaissance und des Barock einzureihen. Raffael, Tizian, Rubens - sie alle hatten in ihren Domizilen fürstlich residiert. Lenbach und seine Zeitgenossen fanden hier die Leitbilder für ihren persönlichen, am Aristokratischen orientierten Lebensstil, so daß es nahe lag, diesen in der Architektur anschaulich zu machen. Einer der renommiertesten Architekten Münchens, Gabriel von Seidl, veriieh den Ideen Lenbachs Gestalt, und im Zusammenwirken beider entstand innerhalb weniger Jahre (1887/91) ein architektonisch dekoratives Gesamtkunstwerk, das im Rückgriff auf die historischen Vorbilder und in der Verschmelzung heterogener Versatzstücke zu einer Kulisse geriet, vor der sich das gesellschaftliche Leben der Gründerzeit in seinen pompösen Inszenierungen glänzend entfalten konnte. Aufschlußreich war in dieser Hinsicht der Besuch Bismarcks, den Lenbach im Sommer 1892 in der Belle
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