Bővebb ismertető
Einleitung
Schon in den ersten Schuljahren hat mich, wie viele meiner Mitschüler auch, dieses seltsame, irritierende Phänomen verwirrt und beunruhigt, das man Gedächtnis nennt. In normalen, entspannten Situationen arbeitete es so reibungslos, daß es mir kaum jemals bewußt wurde; bei Prüfungen funktionierte es zu meiner Überraschung nur gelegentlich gut, viel öfter hatte ich Grund, mich über mein »schlechtes Gedächtnis«, die »schreckliche Vergeßlichkeit« zu beklagen. Da ich einen großen Teil meiner Kindheit auf dem Lande verbrachte, machte ich schon früh die Erfahrung, daß die sogenannten »stummen Kreaturen« ein hervorragendes Gedächtnis hatten, das meinem eigenen oft überlegen war. Warum nur war das menschliche Gedächtnis so offensichtlich mangelhaft?
Ich fing an, mich emsthaft mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich erfuhr, daß schon im frühen Altertum die Griechen spezielle Memoriersysteme für verschiedene Zwecke erfunden haben, daß die Römer später diese Techniken ausbauten, daß ihre Anwendung Menschen befähigte, ganze Bücher, zum Beispiel den Homer, auswendig zu lernen, daß vornehme Römer sich ihrer bedienten, um bei Senatsdebatten oder bei Reden vor der Volksversammlung die Zuhörer mit ihrem Wissen zu beeindrucken. Mein Interesse vertiefte sich während meiner Collegezeit, als mir allmählich bewußt wurde, daß solche Basissysteme nicht nur zum mechanischen Auswendiglernen, zum Training eines Papageiengedächtnisses taugten, sondern daß man sie auch als riesige Speichersysteme für den Geist nutzen konnte, die einen außer-ordendich schnellen und rationellen Zugriff ermöglichten und damit das Erfassen des Wissensstoffes enorm erleichterten. Ich