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Als vor einigen Jahren die »Niederreuther-Stiftung« gegründet wurde und den Sitz der Gesellschaft nach Gauting gelegt hat, war dies für uns Grund zu großer Freude. Denn dadurch wurde das kulturelle Leben unserer Gemeinde erheblich bereichert. Doch auch die »Niederreuther-Stiftung« braucht sich ihrer Adresse nicht zu schämen.
Es wäre sicherlich übertrieben, Gauting, eine etwa 18 000 Einwohnerzählende Gemeinde südlich von München, zur Wiege mitteleuropäischer Kultur hochstilisieren zu wollen, nur weil hier einstmals Kelten und Römer siedelten sowie Karl der Große, Begründer des Frankenreiches und Förderer von Kunst und Wissenschaft, geboren wurde. Der Aufenthalt Karls in der Gautinger Reismühle muß allerdings von so kurzer Dauer gewesen sein, daß urkundlich nichts belegt ist und wirdeshalb nur von einem Hauch von Weltgeschichte sprechen können, der unsere bis zur Jahrhundertwende rein bäuerliche Siedlung durchzog. Nur einmal noch, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wurde die ländliche Abgeschiedenheit der Einwohner Gautings gestört, nahmen sie doch kopfschüttelnd Notiz von Freiherr von Hallberg-Broich, dem Eremiten von Gauting, der in kauziger Einsiedelei in Schloß Fußberg seine philosophischen und naturkundlichen Studien zu Papier brachte. Nachdem Freiherr von Hallberg-Broich, wieder von Reisefieber gepackt, Gauting verlassen hatte, ging Schloß Fußberg, das vom Ende des Mittelalters bis zur Säkularisierung zu Kloster Andechs mit seiner hohen Mönchskultur gehört hatte, an ständig wechselnde Eigentümer über. Von 1871-1874 befand es sich im Besitz der Bildhauerfamilie Schwanthaler, die Fußberg künstlerisch ausgestaltete. 1981 erwarb die Gemeinde Gauting das Schloß, das seither u. a. den Rahmen für die
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