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Juni 1969
»Oliver, du bist krank.«
»Was bin ich?«
»Du bist sehr krank.«
Der Mann, der diese verblüffende Diagnose von sich gab, mußte erst spät zu medizinischen Kenntnissen gelangt sein. Ich hatte ihn immer für einen Konditor gehalten. Sein Name: Philip Cavilleri. Seine Tochter Jenny vyrar einmal meine Frau gewesen. Sie war gestorben, und wir blieben zurück, von ihr einander zum Hüter bestellt. Und deshalb besuchte ich ihn einmal im Monat in Cranston, wo wir kegelten und soffen und raffinierte Pizzas aßen. Oder er kam zu einem ebenso aufregenden Zeitvertreib zu mir nach New York. Doch als er heute aus dem Zug stieg, begrüßte er mich nicht mit dem üblichen liebevollen Fluch, sondern mit einem erstaunlichen Befund. »Oliver, du bist krank.«
»Tatsächlich, Philip? Und was zum Teufel fehlt mir nach deiner kompetenten Meinung?« »Du bist nicht verheiratet.«
Und ohne weitere Erklärung marschierte er mit seinem Kunstlederköfferchen zum Ausgang. In der Morgensonne wirkten Glas und Stahl der City beinah freundlich, und deshalb legten wir die zwanzig Blocks bis zu meiner Junggesellenbude zu Fuß zurück. An der Ecke der 47. Straße und Park Avenue blieb Phil stehen. »Wie waren deine Abende?« fragte er. »Ausgefüllt«, antwortete ich. »Ausgefüllt, hmh? Das ist gut. Mit wem?«
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