Bővebb ismertető
E.!gentlich wolltest Du selbst ein Buch über Dein VUlWUlL . Leben und Deine Zeit schreiben und hattestauch schon damit begonnen. Aber wie so oft in f diesem Leben mußtest Du Dein Vorhaben zurückstellen, mußtest Deine persönlichen Wünsche unerfüllt lassen. 1964 bat man Dich, noch einmal - es sollte diesmal ganz bestimmt das letzte Mal sein - etwas für Deine Freundin Käthe Kollwitz zu tun: ein Werkverzeichnis ihrer in alle Welt verstreuten Handzeichnungen anzulegen. Deine Autobiographie, die, wie mir erst jetzt klar geworden ist, weitaus wichtiger gewesen wäre, blieb mitten in der Arbeit liegen.Vielleicht gelingt es sogar in diesem Buch nun, etwas mehr über Dich und Deine Zeit auszusagen, als Du wahrscheinlich in Deiner Bescheidenheit niedergeschrieben hättest. Ich aber will nur von unseren ersten gemeinsamen Jahren erzählen, von der Zeit also zwischen 1925 und 1933, über die ich in meinem Vorwort zu Deinen Berliner Bildern nur wenig gesagt habe; ich will Dich ins rechte Licht setzen, denn ich allein habe Dich so erlebt, wie Du warst.Es fing im Jahre 1924 an, für Dich ein bedeutendes, ein entscheidendes Jahr: Die Reise in die Sowjetunion mit der Ersten allgemeinen deutschen Kunstausstellung - Moskau, Saratow, Leningrad. Für Dich, der Du von der Welt kaum mehr als den Wedding und Tegel kanntest, war diese Reise ein ungeheures Erlebnis.1925 wurde in Leningrad, dem letzten Ort der Reise, in den Räumen der Akademie die Ausstellung eröffnet. Der Ruf war ihr vorausgeeilt, die Kunstrichtungen so neu, daß man uns jungen Leningradern nicht gerade empfahl, diese Ausstellung zu besuchen. Eben deshalb ging ich als eine der ersten hin. Vor dem Gebäude der Akademie wartete in Reih und Glied eine große Menschenmenge auf Einlaß. In den Ausstellungsräumen herrschte ein solches Gedränge, daß man kaum etwas von den Bildern sehen konnte. Auf einmal sah ich, wie ein ziemlich junger, schlanker Mann von der begeisterten Menge immer wieder in die Luft geworfen wurde. Auf meine Frage erfuhr ich, daß es