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VORWORT
Unter dem Titel 'Pädagogik und Pädagogen an deutschen Hochschulen vom Ersten Weltkrieg bis 1933. Zur Analyse ihrer politischen Optionen seit den "Ideen von 1914" wurde die vorliegende Untersuchung am 1. Juni 1977 von der Philosophischen Fakultät der Universität Münster als Dissertation angenommen. Für die Buchfassung wurde der Text um ein Kapitel gekürzt und geringfügig überarbeitet, zumal dort, wo die Auswertung jüngst erschienener Literatur dies erforderlich macht. Der Buchtitel 'Pädagogik und Politik vom Kaiserreich zum Faschismus. Zur Analyse politischer Optionen von Pädagogikhochschul 1 ehrern von 1914 bis 1933' bringt Fragestellung und leitende Hypothesen zum Ausdruck:
- die Anziehungskraft des NS-Faschismus auf zahllose Intellektuelle provoziert die Frage nach der Rolle bedeutender Hochschullehrer der Pädagogik bei diesem Prozeß der Selbstgleichschaltung .
- die Einschätzung des NS-Faschismus durch die hier befragten Pädagogen kann angemessen nur bestimmt werden, wenn Ihre Beteiligung an der wissenschaftlichen Kr 1egspubl1z1 st 1k ('Ideen von 1914') und damit Ihre Voreinstellung zur Weimarer Republik rekonstruiert werden.
- Anmerkungen zur polltischen Beteiligung der Pädagogen während der Republik und Analysen von Theorien zur Staatsbürgerlichen Erziehung und pädagogischer Bestimmungen der 'Zeltlage' zeigen Kontinuität bzw. Diskontinuität der politischen Optionen auf, die Ihrerseits Im Kontext sozialer, ökonomischer und politischer Rahmenbedingungen bestimmt werden, um so einen Teilaspekt des Aufstiegs des NS-Faschismus zu erhellen.
- Für die Pädagogik heute, die Ihre Geschichte Im Interesse gegenwärtigen Handelns thematisiert, stellt sich die Aufgabe einer reflektierten und damit revidierbaren polltischen Parteinahme.
Angeregt wurde die vorliegende Arbelt durch ein von Frau Professor A. MANNZMANN geleitetes Seminar über 'Erziehungswissenschaft Im Nationalsozialismus' (SS 1974); an dieser Stelle möchte Ich Frau MANNZMANN, die auch die Dissertation betreut hat, danken für Ihre Anregungen und Ermutigungen. Mein Dank gilt ferner Herrn Professor H. BLANKERTZ für die Übernahme des Korreferates und den Studenten, die In Seminaren zur Fragestellung dieser Untersuchung mit mir diskutierten. Meinen Abtei 1ungskol1egen am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster bin Ich für Kritik, Hinweise und das Mitlesen von Teilen des Manuskripts verpflichtet, Herrn Professor K.C. LINGELBACH, Universität Frankfurt/M. für die zur Veröffentlichung gewährte Unterstützung. Permanente Gesprächsbereitschaft und Hilfe aber verdanke Ich Herrn Professor M. GRE-SCHAT, N. RATH und nicht zuletzt meiner Frau.
Bernd Weber