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Einführung.
Von Heinrich K r a 1 i k.
Am 25. Jänner 1877 erklärte Eiehard Wagner seiner Frau: „Ich beginne den ,Parsifar und lasse nicht eher ihm ab, bis er fertig ist." Ganz wie in den bösesten Zeiten des Lebenskampfes bedeutete auch diesmal dieHingabe an einneues Werk: die Flucht vor äußeren Widerwärtigkeiten. Wagner rettete sich aus dem Leben in die Kunst; den Ärger und die Sorgen über das Defizit der Festspiele, wollte er im geweihten Gralsbezirke vergessen. Am 19. April war die Dichtung vollendet. Im Herbst begann er mit der Skizzierung der Komposition, die einen langsamen, aber stetigen Fortschritt nahm. Der Kompositionsentwurf des ersten Aktes lag Ende Jänner 1878, der des zweiten Anfang Oktober, und der des dritten am 26. April 1879 fertig vor. Die Ausführung der Partitur erfolgte dann während des Aufenthaltes in Italien. Sie wurde am 13. Jänner 1882 in Palermo vollendet.
Die Wurzeln dieses Werkes, dessen Ausführung das Schlußkapitel von Wagners inhaltsreichem Leben bildete, reichen weit zurück. Die Gedanken und Gestalten seines Par-sifals sind in langjährigem, allmählichem Wachstum herangereift. Schon zur Lohengrinzeit hat er sich mit der Graissage aufs innigste vertraut gemacht, hat sich die Motive und Symbole der alten Überlieferung in seiner Weise angeeignet. Seine Hauptquellen waren Wolframs Epos, dieses „fremdartige und doch so innig-trauliche Gedicht", und die Einleitung zu Joseph Görres' Ausgabe des „Lohengrin", in welcher der Dichtungskreis des heiligen Grales ausführlich behandelt wird. Wagner entnahm aber den Überlieferungen und gelehrten Abhandlungen immer nur Anregungen allgemeiner Natur, die seine schöpferische Phantasie in Bewegung setzten, um aus der Kenntnis der mythischen Grundideen die Sagen und Historien völlig neu zu beleben. In seinem dichterisch umschaffenden Geist nahm der Gral sehr bald eine ähnliche
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