Bővebb ismertető
Diese Ausstellung wurde vom 24. April bis 7. Juni 1998 im Ungarischen Museum ßr Photographie gezeigt. Sie stellt die parallelen Lebenswege aus der ungarischen Geschichte der Photographie zwischen 1919-1956 dar. Im Sommer 1998 wurde sie in Arles als hervorgehobene Veranstaltung der XXIX. Rencontres de la Photographie vorgestellt, im November und Dezember war sie im Prager Hradsin zu sehen. Dieses Jahr werden wir sie auch in Milano, in den Räumen der Royal Photographic Society in Bath, in der Open Eye Gallery in Liverpool und ah Gast des Europalia Festivals in Antwerpen organisieren. Anläßlich dieser Europatoumee erschien auch der vom Ungarischen Museum fiir Photographie und dem Federico Motta Editore in Milano gemeinsam herausgegebene, gleichnamige Katalog, der neben den 250 Bildern einen Essay beinhaltet, der sich mit historischen Fragen beschäfligt und die Lebenswege der Photographen nachzeichnet. Der Band ist auf Ungarisch, Französisch und Italienisch erhältlich.
Es ist nicht uninteressant im Voraus zu klären, welche Gedanken mich zu einem für uns Ungarn so trivialen Unterfangen bewegten, nämlich sowohl die in diesem Jahrhundert aus Ungarn ausgewanderten und zu hohem Prozentsatz bekannt gewordenen Photographen zu sammeln, als auch die Dagebliebenen, von denen
j keiner weltberühmt wurde, obwohl sie
wahrscheinlich nicht weniger begabt waren als die Fortgegangenen.
Mein Ausgangspunkt - der mir als Grundpfeiler für die anderen Thesen dient - ist, daß Ungarn ein Land zu sein scheint, welches, gemessen an der Bevölkerungszahl, viele außerordentliche Talente hervorgebracht hat. (Allein unter den Nobelpreisträgern finden sich zwölf, die an diesem Ort das Tageslicht erblickt haben.) Diese Feststellung an sich hat freilich wenig zu bedeuten, ein zweiter Gedankengang ist eng damit verknüpf: Ungarn ist ein Land, das nie in der Lage war, seine Talente zu behalten und ihnen die entsprechende Wertschätzung zukommen zu lassen. (Keiner der zwölf Nobelpreisträger hat den jeweils aktivsten Abschnitt seines Lebens in Ungarn verbracht.)
Kommen wir zur Photographie zurück. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, daß die Geschichte der Photographie des 20. Jahrhunderts nicht zu schreiben ist, ohne die Namen der ungarischen oder aus Ungarn stammenden Kunstschaffenden zu erwähnen. (Ohne die Beachtung des Gesamtwerkes eines André Kertész, Robert Capa, Brassai', Márton Munkácsi und László Moholy Nagy kann eine Geschichte der Photographie nur skizzenhaft sein.)
Sofern Sie als Leser dieser Studie in dieser Frage mit dem Autor einverstanden sind, erlauben Sie mir eine scheinbar subjektive - später vermutlich beweisbare -Behauptung. Zwischen den einzelnen Bildern der bedeutendsten Photokünstler dieser Welt gibt es keinen Unterschied, der es rechtfertigen würde, daß der eine weltberühmt ist und die größten Museen um das Eigentumsrecht seiner Werke wetteifern, während der Ruf des anderen nicht einmal die Grenzen der einzelnen Regionen durchbrechen konnte und seine Werke den Interessenten an der
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