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Vorwort
Die chemische Industrie ist durch ein außergewöhnliches Entwicklungstempo gekennzeichnet. Bei vielen namhaften Gesellschaften beträgt der Anteil der nach 1948 neu entwickelten Produkte mehr als 40% der Ge-samterzeugung. Bei der starken Konkurrenz und der oft nur beschränkten Nutzungsdauer neuer Produktionsverfahren hängt der wirtschaftliche Erfolg wesentlich von der Schnelligkeit der Investitionsentsclieidung und der Errichtung der Anlagen ab. Die Ermittlung des Kapitalbedarfs für die neuen Anlagen, die Vorkalkulation der Kosten der neuen Produkte, die Bemteüung der Wirtscliaftlichkeit und die Technik der Projektierung neuer Anlagen sind hierfür von entscheidender Bedeutung.
Es erschien daher notwendig und an der Zeit zu versuchen, die Probleme und Methoden der Vorkalkulation und Projektierung bei der ausgedehnten chemischen Industrie Deutschlands zusammenfassend darzustellen. Im Gegensatz zu dem großen Umfang amerikanischer Spezial-üteratur fehlt es nämlich bisher an entsprechenden deutsclisprachigen Werken, wenn man von Einzelveröffentlichungen absieht, unter denen besonders die Arbeiten von K. Schoenemann zu beachten sind.
Diese Tatsache mag unter anderem in den Schwierigkeiten begründet sein, die in der Behandlung der Vorkalkulation und Projektierung als eüiem Grenzgebiet zwischen Chemie, Maschinen- und Apparatebau und Betriebswirtschaft liegen. Die genannten Fachdisziplinen sind so umfangreich und in ihren Denkweisen so verschiedenartig, daß es nicht einfach ist, die chemischen, ingenieurmäßigen und betriebswirtschaftlichen Probleme des Themas erschöpfend zu behandeln. So gebot aucli der Rahmen der vorliegenden Monographie, den gesamten Problemlcreis von einem mehr übergeordneten Gesichtspunkt zu betrachten und sich bei der Bearbeitung der genannten Teilprobleme auf das zu beschränken, was unmittelbar mit der Projektierung und Vorkalkulation zusammenhängt. Der Leserkreis des vorliegenden Buches wird sehr heterogen zusammengesetzt und in den Reihen der Chemücer, Teclinologen, Maschinenbau- und Apparatebauingenieare, Verfahrenstechnücer. Bauplaner und Kaufleute zu suchen sein. Durcli zahlreiche Literaturhinweise soll vieles, was je nach der Fachrichtung des Lesers an Grundlagen oder speziellen Angaben bei dieser Heterogenität zwangsläufig vermißt werden muß, leicht auffindbar gemacht und ergänzt werden.
Eine besondere Aufgabenstellung lag in der Ableitung von „Rieht-