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ITALIEN UND DIE ITALIENER
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Una Commedia deWArte
Die Welt ist eine Bühne! - Zumindest in Italien hat man das Gefühl, an diesem Spruch könnte etwas Wahres sein. Und das stimmt noch immer, obwohl die Personen der Handlung sich im Laufe der Jahrhunderte verändert haben. Die typische italienische Mamma hat inzwischen auch einen Job. Italien ist eines der Länder mit der niedrigsten Geburtenrate in Europa. Die italienische Wirtschaft ist nicht mehr nur chaoüsch. Niemand hätte gedacht, daß die Fußballstadien bis zur Weltmeisterschaft fertig würden, aber sie waren es. Nach wie vor finden die Italiener jedoch die Zeit, ihre schauspielerischen Fähigkeiten auszuleben. Die Vorstellung geht weiter!
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In den Städten machen Kathedralen, Paläste und Rathäuser aus den Plätzen Miniaturtheater. Wie wichtig die Stellung der piazza ist, zeigt sich beispielsweise in Venedig: so prachtvoll Markuskirche, Dogenpalast und Marciana-Bibliothek auch sein mögen, der Markusplatz und die Piazzetta dahinter sind Mittelpunkt des Lebens. Das gleiche gilt für die Piazza Navona, die Piazza del Popolo oder die Piazza di Spagna in Rom, Sienas Campo und Turins Piazza San Carlo. Eine als Bühne angelegte Piazza, die vor allem die Wirkung des Raums betont, entspricht ganz dem Bedürfnis der Südländer, ihr Leben unter freiem Himmel »darzustellen«.
Auch das Autofahren ist eine Gelegenheit, dramatisches Talent unter Beweis zu stellen. Einem italienischen Designer fiel auf, wie sehr die Autos eines Landes dem Charakter der Bewohner ähneln: skandinavische und deutsche Modelle - robust, solide und verläßlich -sollen einen Unfall überstehen-, italienische Wagen sind viel anfälliger, aber rassig-rasant; sie sind dazu gedacht, einen Unfall zu vermeiden.
Sie sind aber vor allem dazu gedacht, dem italienischen Lebensstil zu entsprechen. Die Art und Weise wie sich die Neapolitaner im Zickzack durchs Verkehrschaos wühlen, nötigt selbst dem Zuschauer Bewunderung ab, der dabei vor Angst beinahe einem Herzanfall erliegt.
Form und Stil
Im visuellen Bereich ist Formgebung schon immer ein nationales Anliegen gewesen: das zeigt sich bereits in der Renaissance-Kunst eines Michelangelo oder Leonardo da Vinci und ist präsent in den grandiosen filmischen Phantastereien eines Fellini oder Visconti in unserer Zeit. Dies macht nicht nur die Pracht der Fresken und monumentalen Brunnen deutlich, sondern auch das blendende Design eines knallroten Ferrari, einer Kaffeekanne oder eines Füllfederhalters. Der Mann von Welt, gleich welcher Nation, behauptet, gute »englische« Maßarbeit sei nur noch in Schneiderateliers von Mailand oder Rom zu finden. Er tut es den Italienern gleich, die sich den Mantel lässig über die Schultern hängen