Bővebb ismertető
Reisen kann man auf mancherlei Art. Man kann es betreiben wie jener Mann, der in Dresden war und gefragt wird, ob er die Six-tinische Madonna gesehen habe. Nee, antwortet der, wo ist die denn? Als man ihn belehrt, dafi sie in der Gemáldegalerie am Zwinger zu finden sei, meint er: Dann habe ich sie gesehen -dort bin ich gewesen.Auf diese Weise kann man Lánder, Stádte, Bauten, Bilder, Bücher, Menschen und zuletzt sein eigenes Leben verkonsumie-ren. Doch das ist nicht unsere Welt. Nicht auf Zerstreuung, auf Sammlung kommt es an. So kann man in die Ferne und in die engere Heimat reisen - sei es das Fernweh oder sei es das Heim-weh, das uns bewegt. Beim Reisen in die Ferne begegnet man dem Genius der ganzen Menschheit, der diese Erde umgestal-tet. Beim Bereisen der Heimat begegnet man sich selbst. Man er-lebt die Berge und die Ebenen, die Wálder und Felder, die Flüsse und Seen, die altén Gemáuer, die von der Vergangenheit erzáhlen, die neuen Stádte und Háuser, die in die Zukunfl hin-eingeplant sind, und man erlebt jene Mitte, in die jeder von uns hineingestellt ist - die Mitte zwischen Vergangenheit und Zu-kunft, zwischen denen, die vor uns waren, und denen, die nach uns kommen, zwischen Möglichkeit und Verwirklichung. Man wird sich des eigenen Lebens und der eigenen Zeit bewufit.Doch zu allém gehört ein wenig Ubung. Es ist nicht notwen-dig, Botaniker zu sein, um sich an Blumen zu erfreuen; doch es erhöht die Freude, wenn man etwas von ihnen weifi. Es ist nicht nötig, Kunstwissenschaftler oder Historiker zu sein; doch es macht Spafi, erfahren zu habén, wie dieses oder jenes Haus ent-stand. Es ist schön, die Geschichte einer Stadt zu kennen, wenn man sie durchschlendert, ohne auf routiniertes Fachwissen oder pedantische Methodik versessen zu sein.Am schönsten ist es, wenn man Verborgenes entdeckt oder zu entdecken glaubt. Es gibt auch in unserer Heimat manches Dornröschen oder manches Aschenputtel unter den altén Stád-ten und Bauten, deren Schönheit versteckt oder zu wenig bekannt ist. Es gibt aber auch vieles, was wir schon lange zu kennen