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1650... Ein unruhiges, düsteres Jahr in den Niederlanden. Ein unruhiges, düsteres Jahr in Rembrandts Haus. Im Frühjahr ist es über ihn gekommen, das Unvermögen. Langsam und schleichend hat es ihn übermannt. Erst hatte er noch versucht, Widerstand zu leisten. Mit wilder Leidenschaft hat er sich auf die Arbeit gestürzt und die Pinsel gezwungen in der Hoffnung, der Arbeitsrausch werde ihn wieder mitreil3en. Seine gröí3ten Leinwandstücke hat er aufgespannt - Flachen, die er mit ausgestreckten Armen kaum erfassen kann. Die kühnsten Gedanken, die er je gewagt hat, sollen Gestalt werden; je höher der Wurf, um so herrlicher das Ergebnis. Doch als er mit dem Aufzeichnen beginnt, verflüchtigt sich das Traumgesicht; die Hand falit mutlos nieder, und in seinem Innern ist nichts als ohnmáchtige Leere. Jetzt, im Sommer, steht alles still. Er sitzt vor der heruntergenommenen Leinwand, auf der zwei, drei mit Holzkohle hingeworfene Linien zu sehen sind; ohne Ziel ist er und ohne Gedanken, flügellahm und einsam. Mandimal, nach stundenlangem, grimmigem Grübeln, wendet er sich mit ángstlidi suchendem Blick zum Spiegel, der in der Höhe seines Kopfes hángt. Er schrickt zurück vor dem eigenen Antlitz: durchfurcht ist es und abgemagert. Und die Augen - die Augen sind matt und lichtlos; unter den ergrauten Brauen erblickt er zwei Schattenhöhlen ohne Glanz. Der Magier in ihm ist tot. Das Zauberwort ist ihm entfallen. Er wendet sich weg vom Spiegel. Tagsüber riegelt er seinen Arbeitsraum ab und láJ3t niemand herein, nicht einmal den kleinen Titus. Die Schüler bekommen ihn nur noch bei den Mahlzeiten zu sehen. Erst murren sie, dann werden sie gleichgültig. Van Hoogstraten istkurzerhand nach Dordrecht zurückgekehrt, die Brüder Fabritius machen sich selbstándig. Es ist, als bemerke der Meister es