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I.Julia Gombeth dachte: Ich hätte die Tagfähre nehmen sollen. Dies alles ist ja so deprimierend.Sie hatte eine unbequeme Nacht verbracht an Bord der >Cittä di Nuoro<, hatte auf zerfledderten Stühlen in der Bar gehockt, war unruhig über Decks und Niedergänge gestreift, hatte auf nebelfeuchten Bänken unter den blassen Sternen des Tyrrhenischen Meeres zwischen angetrunkenen Soldaten eines Bataillons gesessen, das in die Inselprovinz Sardinien versetzt war, zwischen Gruppen singender und musizierender Halbwüchsiger, zwischen stillenden Müttern und greinenden Kindern. Die Geräusche ringsum hatten ihr den Schlaf vertrieben: das Jaulen der Jagdhunde in den engen Boxen am Peildeck, das Summen des Lichtdiesels, das Stampfen der Maschine und das Lachen der Mädchen im Schatten der Windhu-zen und Schotten.Nun quälte sich der neue Morgen mißlaunig, mit tiefhängenden Wolken und einem steifen kalten Wind von den Bergen über den östlichen Horizont.Das Schiff lag an der Pier. Julia Gombeth lehnte an der Verschanzung am Bootsdeck und betrachtete den Hafen und die Stadt. Das brakige Wasser unter ihr lag still und braungrau wie flüssiges Blei. Tote Fische schwammen an der Oberfläche, verfaulte Früchte und zerbrochenes Leergut. Darüber, jenseits von Kränen, Kai und Gleisanlagen, die Stadt. Sie war geschichtslos, verbaut und von absurder Häßlichkeit. Ihre Häuser, rechteckige Zementklötze mit verbleichenden Farben, sahen aus, als habe da ein böser Riese mutwillig eine Kiste mit unbrauchbar gewordenen Spielklötzchen über der Ebene zwischen dem Golf und der graugrünen Macchia ausgeschüttet.Die Stadt hieß Olbia, und Julia Gombeth wußte alles über sie, was wissenswert war, aber das war wenig genug.