Bővebb ismertető
VorwortDu weigerst dich umsonst; die ehrne Hand der Not gebietet, und ihr ernster Wink Ist oberstes Gesetz, dem Götter selbst Sich unterwerfen müssenGOETHEVor langer Zeit soll in Isfahan einmal ein Jüngling gelebt haben, der Diener eines reichen Kaufmannes war. Sorglos ritt der Jüngling an einem schönen Morgen zum Markt; in seiner Börse klimperten die Münzen aus der Schatzkammer des Händlers, mit denen er Fleisch, Früchte und Wein kaufen sollte. Als er auf den Marktplatz kam, sah er plötzlich den Tod vor sich stehen. Der winkte ihm zu, als wolle er ihm etwas sagen. Tief erschrocken kehrte der Jüngling um, gab seinem Pferd die Sporen und floh auf der Straße nach Samara. Als die Nacht hereinbrach, erreichte er staubbedeckt und erschöpft die Stadt, ging in eine Herberge, mietete sich mit dem Geld des Kaufmanns ein Nachtquartier und ließ sich todmüde, aber erleichtert auf das Bett fallen. Er glaubte, den Tod überlistet zu haben.Mitten in der Nacht jedoch klopfte es an die Zimmertüre. Da stand der Tod und lächelte leutselig. Wie ist es möglich, daß du hier bist? fragte der Jüngling bleich und zitternd. Ich sah dich doch heute morgen noch auf dem Marktplatz von Isfahan. Der Tod antwortete: Nun, ich bin gekommen, dich zu holen, wie es dir bestimmt ist. Als ich dich heute morgen auf dem Marktplatz in Isfahan sah, wollte ich dir sagen, daß wir heute abend eine Verabredung in Samara haben. Aber du wolltest mich nicht zu Wort kommen lassen und flohst.Aus dieser schlichten volkstümlichen Erzählung könnte man vieles herauslesen. Zum Beispiel dies: Das Schicksal ist unwiderruflich, aber seine Erfüllung hängt doch paradoxerweise vom Willen des Menschen ab. Eine solche Parabel verleitet, gerade weil sie so paradox ist, zu allerlei philosophischen und metaphysischen Spekulationen, mityKf4Pmi'm