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Geleitwort
„Schneeweiß und glatt - so hat man's gern^'. Diese letzte Z^ile der Strophe, mit der Hans Sachs die Tätigkeit des Papiermachers im Ständebuch des Jost Amman von iß68 schildert, drückt aus, was die Schreiber und Drucker des i6. Jahrhunderts von einem guten Papier erwarteten. Tatsächlich war bei dem damaligen Stand der Produktionstechnik die Qualität des Papiers in erster Linie an dessen Weißegrad und Glätte zu erkennen. Inzwischen hat es die Entwicklung der Papierherstellung möglich gemacht, die Eigenschaften dieses wichtigen Kulturträgers auf die vielfältigste Weise zu differenzieren und den unterschiedlichsten Verwendungsarten anzupassen. Heute muß das am besten geeignete Papier nicht unbedingt weiß und glatt sein. Vielmehr gestattet der Stand der Papiertechnik die Herstellung einer breiten Skala von guten, nach Färbung und Oberfläche verschiedenen Druck- und Schreibpapieren. So ist den Büchermachern durch die Wahl eines Papieres, das zur Art und zum Inhalt der Literatur in Beziehung steht, zugleich ein Gestaltungsmittel an die Hand gegeben.
Auch wegen dieses buchkünstlerischen Aspektes, überhaupt aber wegen der Rolle des Papiers in seiner bedeutendsten Funktion als Schriftträger ist es folgerichtig, daß sich die Deutsche Bücherei durch ihre Abteilung Deutsches Buch- und Schriftmuseum auch der Pflege des kulturellen Erbes auf dem Gebiet der Papiergeschichte besonders annimmt. Die Arbeit mit den Beständen der Papier historischen Sammlung trägt dieser Aufgabe Rechnung.