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Anna Brenken - Schönes Hamburg [antikvár]

Schönes Hamburg [antikvár]

Anna Brenken

 
Annäherung: zu Wasser - zu Lande The Approach: By Water - By land Die hier wohnen, wissen, daiS sie in einer der schönsten Städte der Erde leben. Nur laut sagen sie es nicht und weitersagen sie es schon gar nicht. Die Arroganz der Reichen und das Understatement des Protestantismus verabscheuen den Angeber. Hamburg besingen am besten die Zugereisten, Es riecht nach Meer in der Stadt? Ein bißchen schon. Denn meistens weht der Wind von Westen. Doch daß die Menschen in Hamburg morgens mal eben im Meer baden können, gehört in die...
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Annäherung: zu Wasser - zu Lande The Approach: By Water - By land Die hier wohnen, wissen, daiS sie in einer der schönsten Städte der Erde leben. Nur laut sagen sie es nicht und weitersagen sie es schon gar nicht. Die Arroganz der Reichen und das Understatement des Protestantismus verabscheuen den Angeber. Hamburg besingen am besten die Zugereisten, Es riecht nach Meer in der Stadt? Ein bißchen schon. Denn meistens weht der Wind von Westen. Doch daß die Menschen in Hamburg morgens mal eben im Meer baden können, gehört in die Votstellung, die sich Bayern, Berliner oder Amerikaner gem von dieser Stadt am Wasser machen. Bis zur Nordsee sind es noch etwa hundert Kilometer. Wer sich von der Elbmündung mit der Flut und gegen die Ebbe (Gezeitenunterechied bei den St Pauli Landungsbrücken: 3,40 Meter) per Schiff nach Hamburg tragen läßt, nähert sich der Schönen -der Freien und Hansestadt - auf die angemessenste Art und Weise. Die Fortbewegung auf dem Wasser gilt an Alster und Elbe, wo noch immer viel von dem großen Reichtum der Kaufleute auf dem Wasser schwimmt, traditionell als vornehmste Art des Fortkommens. Schöner als Fliegen, Auto Fahren, Radfahren oder Zufußgehen. Die Annäherung elbaufwärts hat ozeanisches Flair Die Kontraste sind groß. Naturgeschützte Inseleinsamkeit alter Sandbänke (Pagensand, Lühesand, Schweinesand) gegen neue Industriekulisse bei Brunsbüttel und Stade; wolkenkratzergewaltige Containerschiffe und Tanker gegen Jollen, Segel-Oldtimer und andere Lustboote; endlos flaches Ufer im Süden gegen die überraschende Hinterlassenschaft der Eiszeit am Nordufer - die Kette der Endmoränen, wo man heute so exklusiv wohnt wie sonst nur noch am Ufer der Alster. Wer ungewöhnliche Anreisewege liebt, kann sich auch auf der Wasserstraße von Osten her einschiffen. Von Prag, Dresden oder Berlin nach Hamburg, Das ist eine Fahrt mit viel langer Weile auf Moldau, Havel und Elbe. Oder er kann sich im Norden an der Oberalster ins Boot setzen und mit eigener Kraft bis ins Herz der Hansestadt, zum Jungfernstieg, paddeln. Das ist ein bißchen unorthodox, aber sehr romantisch. Doch auch wer die ganz normalen Wege nimmt. Schiene oder Straße, erlebt eine großartige Ouvertüre, eine Ankunft aufs schönste. Manche Hanseaten kriegen schon Heimweh, wenn sie auf diesen Wegen die Stadtgrenze nicht mal hinter sich gelassen haben. Und schwören sich bei der Rückkehr heimlich - wenn das Herz hochschlägt beim Wiedersehen mit Hamburgs berühmter Hirmsilhouette von Telemichel, Michel, Rathaus, St. Nikolai-, St Petri", St, Jakobi-, St, Katharinenkiiche - diese, ihre Heimatstadt, nie zu verlassen. Denn wer an Elbe und Alster aufwächst, läßt sich zwar gem mal den Wind in aller Welt um die Nase wehen, will aber auf jeden Fall da alt werden, wo er jung war. Der Fremde staunt gelassener, wenn sich rechts und links der Autobahn plötzlich Container-Gebirge in Rot, Grün, Blau auftUmien. Da signalisiert der Kirchturai von Altenwerder: hier stand einmal ein Dorf. Es verschwand unter dem giftigen Schlick, der regelmäßig aus den Hafenbecken ausgebaggert werden muß. Die Spülfelder von Altenwerder wären heute weltberühmt, wenn der weltberühmte Künstler Joseph Beuys auf eben diesen Spülfeldern Anfang der achtziger Jahre seine letzte Pflanzaktion hätte durchführen dürfen. Eine Kunstaktion, die der Bürgermeister damals nach schlechter hanseatischer Tradition - die gibt es durchaus auch - als Unsinn abstempelte. Ein Riesenkunstwerk sondergleichen ist auf jeden Fall der Hafen, durch den die Anreise per Schiene oder Straße geht Vor Hamburg trennt sich die Elbe in Süder- und Norderelbe. Siebzig Hafenbecken für See- und Flußschiffe liegen in dem Terrain, das von der Flußschleife umschlungen wird und ein Siebtel der Gesamtfläche der Hansestadt ausmacht. Vier große Wege führen durch diese Drehscheibe des Handels, Deutschlands größtem Seehafen: der neue Elbtunnel, drei Kilometer lang, 1974 eingeweiht; der alte Elbtunnel von 1907-1911, damals ein technisches Wunder; die Elbbrücke, deren Grundstein 1883 gelegt wurde, und die noch fünfzehn Jahre ältere EisenbahnbrUcke. Der schönste Brückenschlag im Hafen stammt von 1974. Seit diesem Jahr steht die Köhlbrandbrücke als elegante Schleife vor dem tiefen Himmel. 54 Meter hoch, an zwei schlanken 135 Meter hohen Pylonen aufgehängt, ist das eiserne Ingenieurkunstwerk von weither zu sehen. Ein neues, sehr modernes Wahrzeichen der Stadt T| hose who live here know that they live in one of the world's most beautiful cities. But they don't say so aloud and they definitely don't tell others. The braggart is abhorred by the arrogance of the rich and by the understatement of Protestantism. Hamburg's praises are best sung by newcomers to the city Is there a whiff of sea air about the city? Just a little. A west wind is usually blowing. But only Bavarians, Berliners or Americans have visions of Hamburg as a city by the water where people can take a morning dip in the sea. The North Sea is 100 km (60 miles) away Yet the most fitting way to approach the Free and Hanseatic belle is by ship, upstream with the tide from the Elbe estuary; high and low tide ate 3.40 metres (11 ft 2 in) apart at St Pauli, Hamburg. On the Alster and the Elbe, where much of the rich businessmen's assets still sails the seven seas, waterborne transport has traditionally been regarded as the elegant mode of transport. It is felt to be far superior to flying, motoring, cycling or going on foot.

Termékadatok

Cím: Schönes Hamburg [antikvár]
Szerző: Anna Brenken
Kiadó: Ellert & Richter Verlag
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
ISBN: 3892342938
Méret: 240 mm x 330 mm
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