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ERSTER AKT
Ein großes Zimmer in der Pension Zonchi, dem man trotz der Renovierung anmerkt, daß es zu einem alten Haus gehört. Durch eine breite, hohe Glastür sieht man in die dunkle, kleine Eingangsdiele, von der im Hintergrund eine kleine, offene Tür zur Treppe in den Küchengarten führt. Die Treppe hat ein Holzgeländer in verschossenem Grün. Dahinter heller Himmel, denn das Haus liegt hoch auf dem Hügel. Vom Treppenabsatz aus übersieht man das weite Tal und den Weg, der in zwei Serpentinen zum Hügel hinaufführt. Wenn die Glastür geschlossen ist, kann man die Diele nicht genau sehen, denn von einer bestimmten Höhe an wird der Blick durch neue, hellblaue, primitiv mit Stäben befestigte Scheibengardinen verdeckt. Im Zimmer die üblichen Möbel alter Provinzpensionen, die übertrieben symmetrisch aufgestellt sind. Ein Porzellanoten, ein altes Sofa, dick gepolsterte Sessel und Stühle mit Handarbeitskissen und Häkeldeckchen, eine ebenso alte Konsole mit großem, goldgerahmtem Spiegel, der zum Schutz gegen die Fliegen mit vergilbter, hellblauer Gaze verhüllt ist. Kleine Vasen mit Papierblumen, ein Eckschrank mit Nippsachen aus alter Majolika, an den Wänden etwas nachgedunkelte, primitive Öldrucke, eine alte Pendeluhr, die die vollen und halben Stunden, wie eine ferne Glocke, matt anschlägt. Rechts und links Türen. Heller Morgen. Ende April. Wenn der Vorhang aufgeht, sind Don Camilla Zonchi, der Verwalter Roghi, die Witwe Naccheri und ihre Tochter Giuditta auf der Bühne. Die beiden Frauen stehen auf dem Absatz der Treppe zum Garten und schauen ins Tal, die Naccheri durch ein Fernglas, Giuditta hält eine Hand zum Schutz gegen die Sonne über die Augen, um von weitem auf dem Weg zum Hügel hinauf die Wagen zu erkennen, die vom Bahnhof zurückkommen. Don Camilla steht im Zimmer, Roghi sitzt auf einem Stuhl neben dem Sofa. Die etwa fünfzigjährige Witwe Naccheri trägt eine kuriose, stark ondulierte kleine Perücke mit vielen Stirnlöckchen, darüber