Bővebb ismertető
Vorwort.
In der Entwicklung von Fehlerschutz-Einrichtungen trat etwa vom Jahre 1920 ab eine tiefgehende Umwälzung ein. Bis zu diesem Zeit punkt glaubte man nämlich, die Aufgabe der selektiven Erfassung von Störungen mit Hilfe der zwei Größen ,,Strom und Zeit" lösen zu können. Die Erfahrung lehrte jedoch, daß dabei die Zahl der auftretenden Fehlschaltungen noch so groß war, daß sich ein geordneter Betrieb nicht aufrechterhalten ließ.
Die prinzipielle Neuerung, welche in Amerika und Europa fast gleichzeitig auftauchte, bestand nun darin, daß neben Strom und Zeit noch die Spannung als auswählende Größe hinzugezogen wurde. Damit war es möglich, an Stelle der immerhin recht primitiven Strom-Zeit-Relais sogenannte Selektivrelais, oder, wie sie in Amerika recht treffend bezeichnet werden;,,denkende Relais" zusetzen. Diese gestatten, das Eehlerschutzproblem in viel prinzipiellerer Form zu lösen.
In diesem Buch, dessen Anfänge auf einen im Jahre 1926 im Elektrotechnischen Verein, Berlin, gehaltenen Vortrag zurückreichen, wird nun versucht, diejenigen Erkenntnisse und Gedankengänge einheitlich darzustellen, welche unabhängig von der heutigen Praxis allgemeine Gültigkeit behalten. Das Primäre, auf das sich jeder Selektivschutz aufbaut, sind die Veränderungen, die ein elektrisches Netz im Störungsfalle erleidet, und deshalb ist das Schwergewicht auf die Berechnung der Strom- und Spannungsverteilung bei Kurzschluß, Erd- und Doppelerdschluß gelegt. Darüber hinaus gibt das Buch auf viele andere Fragen, wie Beanspruchung des Netzes, Schaltleistung an den verschiedenen Netzpunkten, Spannungsverlagerung, Erdschlußkompensation, Vorgänge in Synchronmaschinen usw. eine Antwort.
Die Kapitel über die Theorie der Relais wenden sich speziell an den Relaiskonstrukteur. Dem Grundgedanken dieses Buches entsprechend wurden nicht etwa die wichtigsten ausgeführten Relais besprochen, sondern lediglich an einigen markanten Beispielen gezeigt, wie die abgeleiteten Richtlinien konstruktiv erfüllt werden können und wie die Charakteristik derartiger Relais sich näherungsweise voraus berechnen läßt. Die Auswahl erfolgte dabei derart, daß die durchgeführten Rechnungen die für die Selektivrelais typischen Schwierigkeiten recht klar zeigen.
Das letzte Kapitel erläutert an einem Schulbeipiel alle diejenigen Gesichtspunkte, welche bei der Projektierung eines Selektivschutzes für Kurzschluß, Erd- und Doppelerdschluß beachtet werden müssen.