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Mein Tag beginnt früh, er beginnt still und gesammelt, er verspricht viel, er verspricht Stille und Sammlung für die Zeit seiner Dauer; ich weiß, daß er sein Versprechen nicht halten kann, nicht halten will, und doch vertraue ich ihm, weil ich vertrauen will. Während ich auf die Terrasse laufe, fühle ich unter mir noch die Traum-Tag-Brücke schwanken, noch ist das feste Ufer des Tages nicht erreicht. Auf der Brücke begegne ich meinen fernen Söhnen, meinen Freunden, meinem Engel, ich begegne dem Leben, es riecht nach Feuerchen, in denen die Straßenkehrer den Parkkehricht verbrennen, dürres Geäst, welkes Laub; und es riecht nach dunkel geröstetem bitterem Kaffee. Der Holzfeuergeruch, das ist Erinnerung: so roch es daheim auf dem Dorf, so roch der Herdrauch, so rochen die Kartoffelfeuer auf den Äckern. Der KafFeeduft aber, das ist Rom, das ist lebendig andrängende Gegenwart, dieser Geruch macht wach, macht Appetit auf den Tag, auf das Leben, auf einen selbst, auf alles was ist und sein wird, und auf das was gewesen ist, auch.
Der Park vor dem Haus steht regungslos, ein diszipliniertes Orchester, das auf den Einsatz wartet. Platanen, Pinien, Pappeln, Palmen, seit fast fünf Jahren sehe ich sie täglich, warum erst heute merke ich, daß sie alle mit einem >P< beginnen, und das >P< ist der Baum unter den Buchstaben des Alphabets. Urform des Baumes, Stamm und Krone. Ich erfahre es noch halb träumend, aber daß ich die Erfahrung bedenken kann, gehört schon dem Tag an.
Ein erster Windhauch streicht über den Park hin, ich fühle ihn nicht, aber das Laub fühlt ihn, es antwortet, das Grün kräuselt sich, zeigt silbern aufgeschlagene Un-