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1. Hitler und ChamberlainAm 2. Dezember 1919 schreibt Kaiser Wilhelm II. an Generalfeldmarschall August von Mackensen in einem Brief: Die tiefste, gemeinste Schande, die je ein Volk in der Geschichte fertiggebracht, die Deutschen haben sie verübt an sich selbst. Angehetzt und verführt durch den ihnen verhaßten Stamm Juda, der Gastrecht bei ihnen genoß! Das war sein Dank! Kein Deutscher vergesse das je, und ruhe nicht bis nicht diese Schmarotzer vom Deutschen Boden vertilgt und ausgerottet sind! Dieser Giftpilz am Deutschen Eichbaum!"1 Die Überzeugung der hinter diesen erschreckenden Worten aufscheinenden Dolchstoß-Legende - das Siegfried-Schicksal des deutschen Volkes - und den an der demagogischen Sprache ablesbaren fanatischen Vernichtungswillen gegen das Judentum teilte Wilhelm II. mit Adolf Hitler. Dieser erregte seit dem 16. Oktober 1919 als antisemitischer Propagandaredner in Versammlungen der Deutschen Arbeiterpartei" zunehmendes Aufsehen und erläuterte in der ersten Massenversammlung der Partei am 24. Februar 1920 im Festsaal des Münchener Hofbräuhauses die 25 Thesen des Parteiprogramms. Bei der ersten Massenversammlung der NSDAP im Zirkus Krone am 3. Februar 1921 sprach Hitler vor 6500 Zuhörern - neben Dietrich Eckart - über das Thema Zukunft oder Untergang". Das 7. Kapitel von Mein Kampf' beendete Hitler mit der Formel: Ich aber beschloß, Politiker zu werden", und betonte unmittelbar davor: Kaiser Wilhelm II. hatte als erster Deutscher Kaiser den Führern des Marxismus die Hand zur Versöhnung gereicht, ohne zu ahnen, daß Schurken keine Ehre besitzen. Während sie die kaiserliche Hand noch in der ihren hielten, suchte die andere schon nach dem Dolche.Mit dem Juden gibt es kein Paktieren, sondern nur das harte Entweder-oder."2Doch diese Versöhnungsgeste Wilhelms II. gilt nur für den Beginn des Ersten Weltkrieges, um die Kriegskredite zu sichern. Es entspricht ganz seiner eigenen Entweder-Oder-Sieg-