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Nachtdienst
Das gefährlichste Viertel von ganz Manhattan — Spanish Har= lern — unterstand dem 23. Polizeirevier. Bei jedem Schichtwechsel der Uniformierten gab es das übliche Tohuwabohu. Betrunkene wurden in den >Bunker< geschleppt, wo sie ihren Rausch ausschla= fen konnten, bis eine keifende Frau oder eine jammernde Mutter sie wieder in Empfang nahm, Kinder, die sich verlaufen hatten, wurden im Zimmer 95 gesammelt, das dann alles weitere ver= anlaßte, und der Sergeant vom Dienst teilte den Streifenpolizisten ihre Einsätze zu.
Joseph Shetland, den dies als Funkstreifenfahrer nur bedingt anging, lehnte lässig am Fenster und beobachtete den Sergeanten amüsiert.
»Okay, Gamey, Sie stellen diese Unfallmeldung zu. Tun Sie was für Ihre schlanke Linie. Ist natürlich wieder im obersten Stock= werk. 89. Straße, Nummer 186. Die Alte schläft wie ein Murmel= tier, hämmern Sie also hübsch mit Ihren kleinen Fäustchen gegen die Tür. Natürlich wird sie einen Mordsschreck bekommen, wenn sie sieht, daß es die Policia ist. Sehen Sie zu, daß Sie Ihren Vers schnell los werden: >Ihr Sohn liegt im Unfallkrankenhaus von Newark. Halt, fangen Sie nicht gleich an zu jammern, er hat sich nur den Fuß verletzt. Hier ist die ganze Anschrift, und schreien Sie nicht so, damit nicht das ganze Haus aufwacht .< Na, Sie wissen schon, Gamey.«
»Setton, Sie und Pastolito nehmen sich die Halbstarkenbande in der 114. Straße vor. Halten Sie die Augen offen, die Burschen sind zwar noch halbe Kinder, können aber hundsgemein werden. Mes= serchen, Rasierklingen, die üblichen Scherze. Versuchen Sie, den Burschen im rotgestreiften Hemd zu schnappen, der ist der An= führer. Erwisdien Sie den, haben Sie gewonnenes Spiel.«