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EINFÜHRUNG
Die Perser waren die Erben der griechischen Wissenschaft. Dem Griechentum selbst war sie auf Jahrhunderte verlorengegangen, als das Christentum im vierten Jahrhundert zur Staatsreligion erhoben und alles Heidnisdie verbannt wurde. Nur in Athen hatte sich noch ein Jahrhundert lang die Akademie, die von Piaton gegründete Philosophenschule, erhalten. Im Jahre 529 sah sich der oströmische Kaiser Justinian veranlaßt, die Akademie, die fast ein Jahrtausend in Athen bestanden hatte, aufzulösen, ihr Vermögen einzuziehen und das Lehren der heidnischen Philosophie zu verbieten. Eine Anzahl Philosophen zog hierauf an den Hof des Perserkönigs Khusrou (Chosroes) Anuschirwan nach Ktesiphon. Diese Philosophen haben wohl wesentlich zur Verbreitung und Wertschätzung griechischer Wissenschaft bei den Persern beigetragen, doch hat es natürlich audi noch andere Wege gegeben, auf denen die Werke griechischer Gelehrter zu den Persern gedrungen sind.
Als ein Jahrhundert später die Araber dem Sassaniden-reiche ein Ende maditen und ganz Vorderasien, insbesondere auch Persien, mit Gewalt zum Islam bekehrten, schien die Erinnerung an die griechische Weltweisheit unter den Trümmern des zerstörten Ktesiphon begraben. Es dauerte