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Das Rätsel Stalin
Der Schädel hatte einmal eine Zunge und konnte singen; wie ihn der Schuft auf den Boden schleudert, als wär' es der Kinnbacken Kains, der den ersten Mord beging! Shakespeare, Hamlet, V, i (A. W. Schlegel)
Es wurde schnell erledigt, während die Stadt schlief. Es war nach Mitternacht und sehr kalt. Der große, von Scheinwerfern erhellte Platz war leer. Das Schweigen wurde plötzlich von einem Dröhnen unterbrochen, das aus drei Richtungen kam, und fast im gleichen Augenblick hielten Panzerwagen, Jeeps und Polizeifahrzeuge mitten auf dem Platz.
Dann war alles Bewegung, präzise, uhrwerkhaft.
Polizisten mit Pelzmützen schwärmten rasch aus und riegelten alle Zugänge zum Platz ab. Vier Männer rannten zu der Mauer an der Seite und fingen an zu graben. Andere luden eine längliche Steinplatte ab, wieder andere einen schweren behauenen Stein. Ein Trupp Soldaten, die einen Sarg trugen, marschierte auf das breite, niedrige Gebäude zu. Einige Arbeiter kletterten an der Fassade hinauf und lockerten mit Fiammer und Meißel einen großen Stein in der Fassadenmitte.
Die Sargträger stiegen in die tiefe Gruft hinab.
Der Kommandeur blickte auf die Uhr. Die Arbeiten verliefen wie vorgesehen. Die Grabenden waren fertig und räumten auf. Zwei Männer standen daneben und hielten die Steinplatte.
Der Stein mitten in der Fassade des Gebäudes wurde durch einen andern ersetzt.
Die Gärtner luden Grassoden ab.
Die Soldaten tauchten aus der Krypta auf. Der Sarg auf ihren Schultern schien in der Luft zu schweben. Darin lag die balsamierte Leiche. Niemand würde dieses wächserne Antlitz je wieder erblicken.
Der Sarg vrarde in die ausgehobene Grube gesenkt, die rasch mit Erde zugeworfen wurde. Die Steinplatte wurde an ihren Platz gelegt, die Grasplacken ordentlich um ihren Rand eingepaßt.
Kein Wort war zu hören. Ein Soldat trug eine Vase mit zwölf