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Theodor Storm - Storms Werke in zwei Bänden I.  [antikvár]

Storms Werke in zwei Bänden I. [antikvár]

Theodor Storm

 
EINLEITUNG In seinen Erinnerungen „Von Zwanzig bis Dreißig" erzählt Theodor Fontane eine Episode, die sich seinem Gedächtnis so fest eingeprägt hatte, daß er sie nach mehr als drei Jahrzehnten mit allen Einzelheiten zu Papier bringen konnte: Es war zu Beginn der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts; Storm, damals Kreisrichter in Heiligenstadt, weilte zu Besuch in Berlin, wo er seit Jahren zum ersten JVIale wieder mit Fontane zusammentraf. Während eines Vormittagsspaziergangs im Tiergarten bringt Storm das Gespräch auf eines...
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EINLEITUNG In seinen Erinnerungen „Von Zwanzig bis Dreißig" erzählt Theodor Fontane eine Episode, die sich seinem Gedächtnis so fest eingeprägt hatte, daß er sie nach mehr als drei Jahrzehnten mit allen Einzelheiten zu Papier bringen konnte: Es war zu Beginn der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts; Storm, damals Kreisrichter in Heiligenstadt, weilte zu Besuch in Berlin, wo er seit Jahren zum ersten JVIale wieder mit Fontane zusammentraf. Während eines Vormittagsspaziergangs im Tiergarten bringt Storm das Gespräch auf eines seiner Lieblingsthemen: auf Rüciert und Uhland, Lenau und Mörike und „wie feine Lyrik eigentlich sein müsse". Da verspüren beide das Verlangen nach einem Frühstück. Fontane lädt den Freund in seine nahe gelegene Wohnung ein, dieser jedoch entsdieidet sich für Kranzler, das vornehme Restaurant Unter den Linden. „Ich bekenne", schreibt Fontane, „daß ich ein wenig ersdirak. Storm war wie geschaffen für einen Tiergartenspaziergang an dichtbelaubten Stellen, aber für Kranzler war er nicht geschaffen. Ich seh ihn noch deutlich vor mir. Er trug leinene Beinkleider und leinene Weste von jenem sonderbaren Stoff, der wie gelbe Seide glänzt und sehr leicht furchtbare Falten schlägt, darüber ein grünes Röckdien, Reisehut und einen Schal. Storm trug ihn um den Hals herum, trotzdem hing er nodi in zwei Strippen vorn herunter, in einer kurzen und in einer ganz langen. An jeder befand sich eine Puschel. die hin und her pendelte. So marschierten wir die Linden herunter, bis an die berühmte Ecke." Peinlich berührt von dem „nidit gewöhnlichen Straßenbild", das sie beide boten, versucht Fontane auf ein bescheideneres Lokal loszusteuern. „Aber Storm machte jede kleinste Hoffnung zusdianden. Er trat zu der brunhildenhaften Kontordame sofort in ein lyrisches Verhältnis und erkundigte sich nach den Einzelheiten des Büfetts, alle reichlich gestellten Fragen bis ins Detail erschöpfend. Die Dame bewahrte gute Haltung. Aber Storm auch. Er pflanzte sich, dem Verkaufstisch gegenüber, an einem der Vorderfenster auf, in das zwei Stühle tief eingerückt waren. ,Hier wird er Platz nehmen", an diesem Anker hielt ich mich. Aber nein, er wies auch hier wieder das sich ihm darbietende Refugium ab, und den schmalen Weg, der zwischen Fenster und Büfett lief, absperrend, nahm er unser Gespräch über Mörike wieder auf, und je lebhafter es wurde, je mächtiger pendelte der Schal mit den zwei Puscheln hin und her. Idi war froh", so be-sdiließt Fontane seine Schilderung, „als wir nach einer halben Stunde wieder heil heraus waren."

Termékadatok

Cím: Storms Werke in zwei Bänden I. [antikvár]
Szerző: Theodor Storm
Kiadó: Volksverlag
Kötés: Vászon
Méret: 120 mm x 190 mm
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