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JANUAR *
ERSTES KAPITEL I
Statt einer Einleitung: vom Großen und Kleinen Wagen, vom Gebet des großen Goethe und von schlechten Angewohnheiten im allgemeinen.
hlestakow1 log zwar, log beim Stadthauptmann, fürchi
tete aber wenigstens, daß man ihn packen und aus dem Salon hinauswerfen würde. Die heutigen Chlestakows fürchi ten aber nichts und lügen in vollkommener Ruhe.
Heute sind alle vollkommen ruhig. Ruhig und vielleicht sogar glücklich. Ich glaube kaum, daß jemand sich Rechens schaft abgibt; ein jeder handelt ganz »einfach«, das aber ist vollkommenes Glück. Heute sind alle wie früher von Eins bildung durchätzt, aber die Einbildung von einst pflegte schüchtern einzutreten, fiebernd um sich zu blicken und in jedes Gesicht zu sehen: »Bin ich auch richtig eingetreten? Habe ich es so wie es sich gehört gesagt?« Heute ist aber jeder, wenn er irgendwo eintritt, vor allen Dingen überzeugt, daß alles ihm allein gehöre. Und wenn es ihm nicht gehört, so wird er nicht einmal böse, sondern entscheidet die Sache im Nu; hat man denn noch nichts von solchen Zettelchen gehört:
»Lieber Papa, ich bin dreiundzwanzig Jahre alt, habe aber noch nichts geleistet; von der Überzeugung durchs drungen, daß aus mir nichts wird, habe ich mich entschlossen, meinem Leben ein Ende zu machen «
1 Chlestakow — Held des Gogolschen »Revisor«, Aufschneider und Hochstapler. Anm. d. Ü.
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